Widerstand gegen Zerstörung der Landschaft

Zur Berichterstattung über den geplanten Ausbau der A8 und die Planungen zum Bau des Brennerbasistunnels (Regionalteil):

Mit Entsetzen verfolgen und betrachten viele von uns die Planungen zum Ausbau der A 8 mit sechs Streifen plus Standstreifen in einem landschaftlich und ökologisch wertvollen und sensiblen Gebiet.

Die damit verbundene Zerstörung der Landschaft, der Flächenverbrauch, die Zunahme von Lärm und sonstigen Umweltbelastungen für die Anwohner ist mit nichts zu rechtfertigen, es sei denn, man betrachtet das Zubetonieren von Landschaft als Wert an sich oder ist der Ansicht, dass das Fließen des Individual- und Güterverkehrs Vorrang vor allem anderen hat. Das ist das Denken von gestern und vorgestern und passt in keiner Weise in eine Zeit der zunehmenden Klimakrise, die auch Oberbayern inzwischen erreicht hat.

Zudem wären die Milliarden, die in diesem unsinnigen Projekt versenkt werden sollen, sinnvoller in den Ausbau des ÖPNV, die Digitalisierung und den Klimaschutz investiert, wo der Bedarf weit höher ist als der an noch mehr Straßen mit noch mehr Verkehr, noch mehr Lärm und noch mehr Umweltbelastung!

Der Verdacht regt sich, dass noch schnell Tatsachen geschaffen werden sollen, bevor der Widerstand zu groß wird. Immerhin müssen die Milliarden aus den Corona-Rettungspaketen verbraten werden und der Bundesverkehrsminister muss Tatkraft beweisen, nachdem er bisher eher den Verkehrskasper abgegeben hat. Aber eine Politik, die in Verfolgung einer obsoleten Wachstumsideologie derart unsensibel und rücksichtslos mit den Bedürfnissen und Interessen der Bevölkerung umgeht, ist zum Scheitern verurteilt.

Heribert Burdick

Bernau

Ist der Bundesfernstraßenwegeplan eine realistische Lösung? Um die Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel oder die Pläne der A 8 im Bereich zwischen Rosenheim und Bernau auf einen vernünftigen Standard zu bringen, sind folgende Punkte zu berücksichtigen:

1. Eine realistische Bedarfsermittlung, die sich nicht am unrealistischen, grenzenlosen Wachstum orientiert (dritte Startbahn!).

2. Es sind nur die aufwendigsten beziehungsweise teuersten Varianten für unsere Politik erstrebenswert, zum Beispiel der vorgesehene Nord-Kreisel bei Frasdorf. Das Ziel der deutschen Ingenieurskunst war vor 80 Jahren, mit kleinstem Aufwand die größte Wirkung zu erreichen!

3. Auf der anderen Seite scheinen die allgemeingültigen Grundsätze für die Betreiber und Behörden nicht zu gelten, zum Beispiel die Zerstörung des typischen Landschaftsbildes, großflächige Versiegelung, Entwässerungsanlagen in Wasserschutzgebieten zur Trinkwassergewinnung zu bauen. Der Beweis liegt bereits vor: Dazu zählen enorm hohe Chlorit-Werte durch Streusalz in der Trinkwasserversorgung von Umrathshausen und Leitenberg. Über andere Schadstoffe liegen dagegen keine Messungen vor!

4. Die Finanzierung ist trotz des hohen Steueraufkommens in der Vergangenheit anscheinend nur auf Pump möglich. Darum Sanierung auf der Basis Anbau von befahrbaren Standstreifen, über Verkehrsleitsystem zuschaltbar, und Landschaftsbild verträglichem optimalen Lärmschutz sollten unser aller Ziel sein.

5. Als vertrauensbildende Maßnahme fordern wir, den Trassenverlauf wegen des Grundstückbedarfs aufzustecken und durch Phantomgerüste den Bürgern ein objektives Bild über den Eingriff in das Landschaftsbild zu vermitteln!

Josef Stein

Frasdorf

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