Wettbewerb der Krankenhäuser: Nur die halbe Wahrheit

Zum Bericht „Im Kampf gegen Corona: Rosenheimer Romed-Geschäftsführer sieht Kraftreserven schwinden“ (Regionalteil):

Ich habe höchsten Respekt vor den Leistungen der Krankenhäuser und der dort Beschäftigten. Und es ist auch korrekt, dass die Ausgleichszahlungen und Freihaltepauschalen zu Beginn der Pandemie deutlicher Korrekturen bedurften – die es dann ja auch gab. Aber wenn Herr Dr. Deerberg-Wittram sagt „Mit dem Zustand, dass es Unternehmen gibt, die im deutschen Krankenhauswesen viel Geld verdienen, und dass es andere gibt, die eben um die Runden kommen, muss man leben können, wenn man Geschäftsführer einer öffentlichen Klinik ist“, verschweigt er, dass außerhalb der Krise die öffentlich-rechtlichen Kliniken im Gegensatz zu den frei-gemeinnützigen und privaten Kliniken von der öffentlichen Hand alimentiert werden. Die Vergütung für die Krankenhausleistungen sind für alle gleich. Vor allem öffentlich-rechtliche Kliniken schaffen es aber nicht, damit auskömmlich zu wirtschaften. Sie haben gegenüber den anderen Trägern auch keine strukturellen Nachteile. Im Gegensatz zu den anderen Trägern gleicht aber die öffentliche Hand, also der Steuerzahler, die Defizite immer wieder aus. In anderen Wirtschaftsbereichen würde man von Subventionen sprechen. Das weiß Dr. Deerberg-Wittram auch sehr genau und daher ist es unfein, auf diejenigen zu zeigen, die mit den vorhandenen Mitteln besser wirtschaften.

Katja Ohrban

Amerang

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