Wer steckt hinter dem Anschlag auf Alexej Nawalny?

Zur Berichterstattung über Putin und Trump in Bezug auf Kreml-Kritiker Nawalny, erschienen im Politik-Teil:

Laut Zeitungsberichten hat es so den Anschein, dass man sich politischer Gegner auf verbrecherische Weise entledigen will. Daher ist es verständlich, wenn die Empörung darüber im Volk ansteigt. Herr Putin ist der Präsident eines Riesenreiches wie Russland, was bestimmt viel Führungsgespür verlangt. Deshalb ist es mir unverständlich, wenn so ein Mann von Welt die Kritik einer Demokratie-Bewegung nicht verträgt und anstelle des Gespräches zu Maßnahmen greifen sollte, wie sie früher unter der kommunistischen Herrschaft üblich waren. Die russische Regierung ist doch demokratisch gewählt?! Aber wenn sie in den Fall des Kampfstoffeinsatzes verwickelt ist, bleibt von der russischen Demokratie und vom Ansehen Putins nicht mehr viel übrig. Denn die Politiker sollen mit ehrlichem Beispiel vo rangehen, was aber in diesem Fall als Hohn zu bezeichnen wäre, wo der Machtgier keine Grenzen gesetzt sind. Bedauerlicherweise laufen bei uns viele Bürger rechtsgerichteten Strömungen nach – wo so viele, die sich in den NS-Jahren für die Demokratie eingesetzt haben, ihr Leben lassen mussten. Ich hab den Endspurt dieser Zeit noch selbst erlebt, daher sollen sich die rechten Leute ehrlich mit der Geschichte des Dritten Reiches befassen und nicht selbst erfundene Hirngespinste verbreiten. Ein Besuch einer KZ-Gedenkstätte könnte dabei behilflich sein, um wieder einen klaren Gedankenweg zu finden.

Josef Fenninger sen.

Weibhausen

Ich dachte immer, der russische Präsident sei so gerissen? Und dann soll er so dumm sein und lässt den Regierungskritiker Alexej Nawalny mit einem Kampfstoff vergiften, den man nur nach Russland zurückverfolgen kann. Wie sagte doch John McAfee, Mitbegründer der gleichnamigen Sicherheitssoftware? „Wenn Russland draufsteht, kann ich mit Sicherheit sagen, dass es nicht die Russen waren.“ Was ist, wenn die Amerikaner Nawalny vergifteten, nur um es den Russen in die Schuhe zu schieben, damit wiederum Deutschland die Finger von Nordstream 2 lässt? Noch dazu, wenn man weiß, dass der russische Chemiker und Kampfstoffentwickler Wil Mirsajanow, der 1995 in die USA auswanderte, die Amerikaner auf das geheime „Nowitschok“-Programm aufmerksam machte. Nur mal so nachgedacht.

Harald Lohner

Töging

„Nie soll Nordstream 2 Gas nach Europa liefern“, schwor sich der Präsident der Wildwestler. „Europa wird sich abhängig machen von Russland“, tönte er laut, „kauft lieber freies Frackinggas aus unserem freien Land!“ „Nö“, meinte Europa, „wir sind ein freier demokratischer Bund und kaufen da, wo es gerade günstiger kommt.“ (Fracking ist ein teures Verfahren, um aus tiefen Bodenschichten Gas zu quetschen, das mit Gastankern geliefert werden müsste. Durch den billigen Welt-Gaspreis ist Fracking kurz vor der Pleite.) Vor Botschafter Grenells unverschämten Worten kuschte selbst Merkel nicht. Der Präsident, Meister der Lügen, beriet sich mit dem Chef der CIA, Meister der dunklen Tricks. Nawalny, Oppositionsgegner Putins, erkrankt plötzlich auf dem Rückflug aus dem Ausland. Im russischen Hospital sind die Ärzte ratlos. In der Berliner Charité stellt man fest: Vergiftung durch „Nowitschok“, an dem schon beinahe Skripal und seine Tochter krepiert wären. Chemiker des britischen M16 identifizierten damals das russische Gift, also war ihnen das Rezept bekannt und damit wohl ebenso der CIA. Nawalny dient als Bauernopfer, um Putin anzuschwärzen. Dass der Wildwestlerpräsident einen iranischen General Suleimani per Drohne abschießen ließ, wider alle politischen Anstandsregeln, hat die Medienwelt geflissentlich schnell wieder vergessen. Denn er ist ja der gute Präsident. Oppositioneller Nawalny, Gift Nowitschok – aha, und alle Medien schimpfen auf Putin. Neue Sanktionen gegen Putin werden von allen Seiten verlangt. Jetzt kommt selbst von unserem Außenministerle die Forderung, die Nordstream-2-Gazprom-Pipeline müsse stillgelegt werden, um den bösen Putin zu bestrafen.

Rolf Koller

Neubeuern

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