Weiter Streit um Corona-Tests und Masken

Urlaub in Corona-Zeiten: Angesichts erhöhter Ansteckungsgefahren hat die Bundesregierung fast ganz Spanien einschließlich Mallorca als Risikogebiet eingestuft.
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Urlaub in Corona-Zeiten: Angesichts erhöhter Ansteckungsgefahren hat die Bundesregierung fast ganz Spanien einschließlich Mallorca als Risikogebiet eingestuft.

Zum Artikel „Söder bittet um Entschuldigung“ und zur Berichterstattung über Corona (Politikteil):

Ministerpräsident Söder hat wegen der Auswertungspannen der Corona-Ergebnisse den Leiter des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf, ins bayerische Gesundheitsministerium versetzt. Für Ministerialbeamte gibt es eine sogenannte Ministerialzulage, die beträgt je nach Besoldungsstufe bis 552 Euro im Monat, also über 6600 Euro im Jahr. Eine schöne Belohnung für die Unfähigkeit eines bayerischen Staatsbeamten!

Johann Nußbaum

Rimsting

Nun hört man sie wieder laut und deutlich, die Besserwisser, die sogenannten Experten: „Schlamperei!“, „Skandal!“, „Chaos!“, „haarsträubende Panne!“ Ja, es ist peinlich, dass zwei Drittel der Getesteten ihr Ergebnis stark verspätet oder überhaupt noch nicht erhalten haben. Aber jetzt, wie Trump twittern würde, eine Hexenjagd zu veranstalten, erscheint mir unangemessen. Immerhin wissen wir jetzt doch, dass von den rund 60���000 getesteten Einreisenden 1,5 Prozent positiv getestet wurden. Wäre nicht mit den Tests begonnen worden, wüssten wir gar nichts. Echte Experten können mit dieser Erkenntnis zumindest schon mal was anfangen.

Johann Pelzl

Rosenheim

Sorglose Eltern und Touristen in Hellabrunn: Was nutzen eingeschränkte Besucherzahlen und geschlossene Raubtier- und Affenhäuser, wenn die Besucher sich vor jedem Tier drängeln, ohne Abstand und ohne Maske. Keine Ordnungskräfte im gesamten Zoo. Die Tierpfleger haben andere Aufgaben zu verrichten. Da hatte ich ein mulmiges Gefühl, trotz Maske. Noch schlimmer waren nur S- und U-Bahn – Abstand halten unmöglich! Schlimmer geht nimmer. Da können die Jungen auch Party machen.

Simone Scheuner

Großkarolinenfeld

Da ist sie wieder – die deutsche Vollkaskomentalität. Vor allem zu Corona-Zeiten. Obwohl schon im Januar 2020 für aufmerksame Leser der Gazetten klar war, es droht Gefahr, wird hemmungslos in den Urlaub geflogen. Auch noch im März 2020. Man wird kostenfrei oder mit geringem Selbstbeitrag zurückgeholt – selbst aus dem letzten Winkel der Erde. Fliegen ist nun doch nicht mehr en vogue – also weiter reisen mit dem Auto. Nur nichts am eigenen Verhalten ändern – Corona haben nur die anderen. Kostenfreie Teststationen gibt es – die viele, teils ehrenamtliche Helfer unter Schwerstbedingungen aufrechterhalten. Weil es ja nicht einzusehen sei, dass das „Statussymbol“ Urlaub eingeschränkt werden sollte. Weil Reisefreiheit verankert ist. Wenn es dann zu Pannen kommt, wie es im Beispiel der nicht übermittelten Testergebnisse zutraf, wird scharf kritisiert. Köpfe werden gefordert. Und zwar genau von all denen, die nichts unternommen haben. Es ist immer das Gleiche – nur wer etwas unternimmt, macht Fehler. Die Eigenverantwortung aber wird – wie der Mund- und Nasenschutz – abgelegt. Teststationen für rückreisende Urlauber zulasten derjenigen, die Teststationen aufrechterhalten, ist schon fragwürdig. Dass man dann auch noch zulasten der Staatskasse die Tests anbietet für eigenes Vergnügen, zeigt, dass die Dekadenz der vergangenen Jahre nicht an Kraft verloren hat. Das Bewusstsein darüber, welches Glück es bedeutet, in einer funktionierenden Demokratie mit hervorragendem Gesundheitssystem und in einem wunderschönen Land eine Bedrohung wie Covid- 19 zu meistern, bleibt auf der Strecke. Wir leben auf einer Oase – und krakeelen, demonstrieren, verweigern und sind wütend. Es nervt.

Martin Metzger

Rosenheim

Endlich wieder frei, ohne Maske und ohne Abstand! Merkel ordnete an, die Maske und der Mindestabstand bleiben so lange, wie es keinen Impfstoff gebe. Russland hat jetzt den Impfstoff und die Massenproduktion wurde verfügt. Der Impfstoff wurde vom russischen Gesundheitsminister Michail Muraschko genehmigt und wird bereits in Russland und im Ausland produziert. Warum erinnern die Medien nicht öffentlich an das Merkel-Versprechen? Jeder, der meint, er müsse sich gegen die Covid-19-Grippe impfen lassen, hat demnächst die Möglichkeit dazu. Schön, dass der Wahnsinn bald vorbei ist.

Manfred Jung

Neubeuern

Nach den Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen am 1. August in Berlin war die bundesweite Medien-Empörung groß. Kein Abstand, keine Maske und auch sonst verhielten sich die Demonstranten („Covidioten“, wie Saskia Esken sogleich politisch aktiv Interessierte aus ihrem Elfenbeinturm beschimpfte) wie die Axt im Pandemie-Walde. Doch ausgerechnet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist in Sachen Hygieneregeln nicht von denen zu unterscheiden, die zuletzt durch Verstöße gegen die Corona-Regeln negativ aufgefallen sind. So etwa am 22. Juli im Hotspot Südtirol bei einem Treffen mit Landeshauptmann Kompatscher und vier Musikerinnen, ebenso bereits am 14. Mai in einem Corona-Krankenhaus in Berlin, wo er sich offensichtlich seiner Immunität sowohl politisch als auch gesundheitlich so sicher fühlte, dass er weder Maske trug noch Abstand einhielt. Das hielt ihn aber nicht davon ab, Anfang August eine Warnrede fürs Fußvolk zu halten. Wer sich hinstellt und in einer Ansprache an seine „Landsleute“ auf Hygieneregeln hinweist, die er selbst kurz zuvor bewusst missachtet hat, hat in diesem Zusammenhang seine Glaubwürdigkeit ganz klar verspielt. Genau das, was Steinmeier in seiner Rede anspricht, verkörpert er selbst. Er ist im Urlaub leichtsinnig. Er ist rücksichtslos. Er ist unvorsichtig. Durch seine Verantwortungslosigkeit gefährdet er viele andere. Er missachtet alle Hygieneregeln. Auch weitere Beispiele für die Nichteinhaltung der Corona-Regeln sind bekannt geworden, etwa durch Bundesgesundheitsminister Spahn, Bundeskanzlerin Merkel, FDP-Chef Lindner und im Grunde den gesamten Bundestag. So langsam müssten doch auch die Letzten aufwachen und sehen, dass dieses ganze Schauspiel eine Riesenveräppelung ist.

Lisa Heiß

Haag

Die Sechste Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, am 19. Juni 2020 unterzeichnet von Gesundheitsministerin Melanie Huml, endet mit Ablauf des 2. September 2020. Das wurde im Juni festgeschrieben. Die aktuelle Messlatte, 50 Infektionen bei 100 000 Menschen, das sind 0,05 Prozent, reicht aus, um ein Land als Risikogebiet zu erklären oder weitere verschärfte Maßnahmen zu erlassen. Spanien hatte seit dem Frühjahr die mit schärfsten Maßnahmen in Europa getroffen, mit dem Ergebnis, dass dieses Land jetzt zum Risikogebiet erklärt wurde. Wie ist das in Skandinavien, Schweden? Der Umkehrschluss ist, dass ja zwangsläufig 99,95 Prozent der Menschen gesund, also frei von Corona, sein müssten – aber die Maßnahmen gelten für alle. Ach ja, und dann müssen die 99,95 Prozent gesunden Menschen auch noch geimpft werden. Mit einem unausgetesteten, völlig neuartigen RNA-Impfstoff - (Neben-)Wirkung? Unbekannt! Gesundheitsschutz oder Massenhysterie? Ich möchte nichts verharmlosen, sondern einfach dazu anregen, nicht ungefragt alles zu glauben, sondern selbst zu denken! Aus meiner Sicht ist die wahre „Krankheit“ inzwischen im Kopf von uns allen fest eingepflanzt – spaltet die Gesellschaft, unser Denken, Handeln und nimmt uns die ungetrübte Freude am Leben. Wir werden sehen, was uns ab dem 2. September erwartet, hoffen wir das Beste!

Martin Ottenloher

Rosenheim

Eins zu eins gibt die Aktion Corona-Teststationen an Autobahnen und Flughäfen negative Beispiele für ein Lehrbuch „Management – welche Fehler sollte man unbedingt vermeiden“. Das bayerische Kabinett beschließt die Testungen auf Corona für Urlaubsrückkehrer. Die Gesundheitsministerin wird beauftragt, die komplexe Aufgabe umzusetzen. Die Ministerin delegiert die Aufgaben vermutlich direkt weiter im Ministerium, von dort geht es über den Leiter des Landesamtes für Gesundheit an das BRK. Die Geschäftsführung des BRK reicht die Aufgaben weiter an die ausführenden Organe. Die genauen Info-Ketten kenne ich nicht, das Ergebnis allerdings schon. Ziele größtenteils verfehlt. Imageschaden für die Staatsregierung. Wer war verantwortlich für die Definition der Aufgaben, Ziele, Verantwortlichkeiten, Planung, Organisation, Umsetzung, Kontrolle und Nachverfolgung vor Ort? Für die Übermittlung der Daten an das Robert-Koch-Institut? Sind Fachleute vor Ort in die Planung mit einbezogen worden? Wie wurden medizinische und verwaltungstechnische Aufgaben an die zuständigen Stellen bis zu den Ausführenden vor Ort kommuniziert? Gab es Schulungen? Es muss doch aufgefallen sein, dass die IT-Unterstützung fehlte. Was dachten Verantwortliche, wenn die Aufnahme der Daten nur per Hand zu leisten war? Schnelligkeit war erforderlich, aber sicher auch Sorgfalt. Alle Welt redet von Digitalisierung. Das Ergebnis gibt einen tiefen Einblick in manche Bereiche unserer Politik, Verwaltung und deren Führung. Fehler zu machen ist menschlich, aus Fehlern zu lernen ist professionell. Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken.

Arnold A. Kuttruff

Rosenheim

Wenn ich aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen kann, wäre mir mein Attest so wichtig, dass ich es in eine Hülle stecken würde, dann kann man es auch desinfizieren. Auch würde ich meinen Einkauf flott erledigen, aus Angst vor Ansteckung. Ein Schutzschild könnte ich mir auch vorstellen, um meine Solidarität mit anderen zu zeigen. Aber immer wieder erlebe ich es, dass große Reden geschwungen werden über Rechte und so weiter. Ohne Maske im geschlossenen Raum. Artikel 2 des Grundgesetzes gilt auch für das Personal im Einzelhandel. Körperliche Unversehrtheit steht auch ihm zu. Wer eine andere Meinung zur Maskenpflicht hat, kann das gerne im Freien tun und da seine Reden halten. Aber niemand hat das Recht, dies ungefragt in fremden Räumen zu tun.

Petra Kaindl

Kolbermoor

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