Weit übertrieben

Zu den Berichten über den Terroranschlag von Halle (Politikteil und Titelseite):

Ein großes Glück, dass der Attentäter und Rechtsextremist Stefan B. bei seinem Anschlag Pech hatte und nicht in die Synagoge in Halle eindringen konnte. Und ebenfalls Glück, dass er von einem Polizei-Kommando lebendig gefasst werden konnte. Der behördliche Zirkus, der anschließend für und mit diesem Mann inszeniert wurde, ist lächerlich und als staatsgewaltliche Show weit übertrieben. Da wurde dieser Kerl extra von mindestens sechs maskierten Polizisten des Sonderkommandos in einem Großhelikopter nach Karlsruhe zum Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof geflogen, damit dieser publikumswirksam den längst fälligen Haftbefehl erteilt. Theatralischer und kostenaufwendiger geht’s wohl mal wieder nicht. In Halle hätte einfacher und viel billiger auch ein regionaler Staatsanwalt beim zuständigen Amtsrichter den Haftbefehl beantragen können. Schneller und einfacher.

Damit wäre eine überflüssige und teure Machtdemonstration der Staatsgewalt erspart geblieben. Aber Theaterdonner und eine gespielte grimmige Demonstration der staatlichen Gewalt muss offenbar sein.

Gerd Höglinger

Rosenheim

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