Weihnachten: Zu ungenaue Zeitangaben

Zum Artikel „Der Sonnengott wandelt sich zu Jesus“ (überregionaler Teil) und dem Leserbrief von Dr.

Stephan Maria Hitzel:

Der Evangelist Lukas lebte in der heutigen Türkei oder Griechenland. Er erzählt als einziger die Weihnachtsgeschichte, obwohl er Jesus nie kennengelernt hat. Er war auch kein Apostel. Matthäus hält sich dazu eher kurz, Markus und Johannes erwähnen sie erst gar nicht. Lukas Zeitangaben sind darüber hinaus ungenau. Die Volkszählung durch Quirinus erwähnt er im Jahr 6 nach Christus, dann lässt er die Ereignisse aber während der Regierungszeit des Herodes geschehen. Herodes starb aber bereits im Jahr 4 vor Christi Geburt. Er lässt also die Weihnachtsgeschichte in zwei verschiedenen Jahrzehnten geschehen.

Die Geschichte um den Erzengel Gabriel, ein Mann mit Flügeln, ist wissenschaftlich nicht belegt und gehört in den Bereich Legenden. Beim ersten Konzil 325 nach Christus in Nicäa unter der Leitung von Kaiser Konstantin wurde der Geburtstag des römischen Sonnengottes Sol invictus, der am 25. Dezember gefeiert wurde, zu dem Geburtstag von Jesus Christus umfunktioniert. Weihnachten taucht in Rom im Jahr 335 erstmals auf, in Konstantinopel im Jahr 379. Ein genaues Datum für die Geburt Jesu lässt sich aus den Evangelien nicht ermitteln. Unsere keltischen Vorfahren feierten am 21. Dezember die Wintersonnenwende mit den anschließenden 12 Raunächten. Das waren die heiligsten Tage des Jahres. Im Jahr 392 erklärte Kaiser Theodosius schließlich das Christentum zur alleinigen Staatsreligion im römischen Reich.

Gudrun Baumann-Sturm

Raubling

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