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Was bleibt vom Afghanistan-Einsatz?

Abzug aus Afghanistan: Bundeswehr-Soldaten besteigen im Feldlager in Masar-i-Scharif einen Militärtransporter C17.
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Abzug aus Afghanistan: Bundeswehr-Soldaten besteigen im Feldlager in Masar-i-Scharif einen Militärtransporter C17.

Zur Berichterstattung über den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan (Politikteil):

Der Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan war von Anfang an für die Katz. In Nibelungentreue hat die rot-grüne Schröder-Regierung den Einsatz mit Zustimmung der Mehrheit des Parlaments beschlossen. Peter Struck, Verteidigungsminister sagte damals, „dass die Freiheit der BRD auch am Hindukusch verteidigt wird.“ Dümmer ging’s nimmer. Was wurde in 20 Jahren dort erreicht? Nichts, wie jetzt schon zu sehen! Die wenigen Erleichterungen für die heimische Bevölkerung sind nach dem Abzug der Soldaten schon hinfällig. Den „Ortskräften“ wurde versprochen, sie in Sicherheit nach Deutschland zu bringen. Das ist nur recht und billig, haben sie doch für die Bundeswehr gearbeitet und werden jetzt von den Taliban verfolgt und müssen um ihr Leben und das ihrer Angehörigen fürchten. Sie haben unseren Schutz verdient, und die bürokratischen Hürden müssen abgebaut werden. Dieser Appell geht an die Verteidigungsministerin und die Regierung! Sie jetzt zum Teil allein zu lassen, ist schäbig. Schämt euch! Obwohl der 11. September 2001 für die USA der Anlass für den Einsatz war, haben die Staatenlenker aus der Geschichte nichts, aber auch gar nichts gelernt. Großbritannien hat sich in Afghanistan drei mal eine blutige Nase geholt. Sie haben ihre Interessen nicht durchsetzen können und sind mit eingezogenem Schwanz, wie getretene Hunde, nach Hause geschlichen. Die UDSSR war von 1979 bis 1989 in dem Land im Kriegseinsatz und haben die Taliban nicht bezwingen können. Die USA haben die Taliban unterstützt nach dem Motto: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Die Quittung kam am 11. September. Dass dieses Land nicht zu besiegen ist, hätten die Regierungen und hochdekorierte Militärs wissen müssen! Hochgebildet und kein bisschen weise!

Holger Mairoll

Kolbermoor

Es ist gut, dass die Aktion der Bundeswehr in Afghanistan beendet ist. Regierungspolitiker stricken nun am Märchen von einer erfolgreichen Mission. Dabei spricht der überhastete Abzug – oder soll man sagen, die panische Flucht? – aus Afghanistan eine andere Sprache. Um Mehrheiten für den Einsatz bemüht, hat man zu viel versprochen. Was davon nicht schon während der Jahre misslungen ist, wird nun von den Taliban zerstört oder aufgehoben. Erfolg sieht anders aus. Die Kritik richtet sich nicht gegen das dort tätig gewesene Personal. Viele bezahlten mit ihrem Leben, noch viel mehr Ehemalige bezahlen dafür mit Traumata oder Krankheit. Man wünscht, dass dieses Leid neben den Milliarden an Kosten nun nachträglich nicht auch noch als vergebens empfunden wird. Als die USA zum Krieg gen Vorderasien zogen, verbündeten sich mit ihnen einige Nationen, schließlich ging es zuvorderst um dort vermutete, den Weltfrieden bedrohende, Terroristen. Das verstand auch die hiesige Bevölkerung. Kaum jemand erinnerte an die blutige Nase, die sich Jahre zuvor russische Kräfte beim Kampf gegen die Mudschahedin geholt hatten. Bin Laden wurde 2011 eliminiert, aber die Mission ging mit einem verlustreichen Kampf gegen die Taliban weiter. Man wollte einen neuen Staat errichten. Anfangserfolge waren nicht nachhaltig und so neigte sich die Lage mehr und mehr zugunsten der Taliban. Die Deutschen flüchteten nun, weil sich die USA aus innenpolitischen Gründen zurückziehen. Sie lassen dabei Ortkräfte zurück, die nun die Rache der Taliban fürchten müssen. Aber einen tonnenschweren Gedenkstein haben sie noch in den letzten Flieger geladen. Hoffentlich wiederholen sich die Fehler nicht beim Einsatz in Mali, wo die Franzosen die Leitmacht ist.

Norbert Vogel

Schechen

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