Warum kein Covid-Krankenhaus?

Zur Berichterstattung über Covid-19 im Krankenhaus Mühldorf (Lokalteil):

Da ich selbst zwölf Jahre lang Mitglied im Aufsichtsrat der Kliniken Mühldorf GmbH war, weiß ich, welch gute Arbeit in den Krankenhäusern Mühldorf und Haag geleistet wird. Ich selbst habe von vielen Patienten erfahren, wie zufrieden sie mit der Betreuung in den Kliniken waren. Das war allerdings vor Corona. Was ich jetzt überhaupt nicht verstehe ist, weshalb nach dem Zusammenschluss der Kliniken im Landkreis Altötting (Altötting und Burghausen) und Landkreis Mühldorf (Mühldorf und Haag) in der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 die Mühldorfer Klinik zum Covid-Krankenhaus umgerüstet wurde und jetzt in der zweiten, weitaus stärkeren Welle, wieder alle Behandlungen und Operationen in allen Krankenhäusern stattfinden und man die Covid-Erkrankten nicht in einem Klinikum zusammenfasst.

Ich habe allein in meinem Bekanntenkreis bereits drei Personen, die sich im Krankenhaus Mühldorf mit Corona infiziert haben, eine Person ist bereits verstorben, eine weitere wurde nach einer Schulter-Operation in Mühldorf infiziert, wurde jetzt nach Burghausen verlegt und kämpft um ihr Leben. Menschen, die sich vorbildlich verhalten haben und unglaublich bemüht waren, alle Kontakte zu meiden.

Kann es daran liegen, dass die Krankenhäuser keine Erlöse aus den Fallpauschalen mehr erzielen können und deshalb die Finanzierung nicht gesichert ist? Darf diese Finanzierungslücke dazu führen, das Menschen sterben? Was tut der Landkreis dafür, dass man den Freistaat in die Pflicht nimmt, den Ausfall der Erlöse bei einer Umrüstung in eine Covid-Klinik zu erstatten? Wie viele Infizierte wollen wir uns noch leisten?

Susanne Engelmann

Waldkraiburg

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