Warten auf Wasserstoff-Technologie

Zum Artikel „Umweltbundesamt will 70 Cent mehr für Diesel“ (Wirtschaftsteil) sowie zum Kommentar von Martin Prem „Ideologie, nicht Ökologie“:

Laut Umweltbundesamt (UBA) soll Dieselkraftstoff bis 2030 um 70 Cent teurer werden, Benzin nur um 48 Cent. Dies entspricht Verteuerungen von etwa 55 beziehungsweise „nur“ 35 Prozent. Dem angeblichen Ziel, den CO2-Ausstoß zu senken, wird dies nicht gerecht. Denn ein Dieselmotor erzeugt bei gleicher Leistung bis zu 16 Prozent weniger CO2 als ein Benzinmotor.

Man macht also erneut Jagd auf den bezüglich CO2-Ausstoß eigentlich umweltfreundlicheren Diesel. Nebenbei bemerkt: Unsere Nachkommen werden nicht am ebenfalls vom UBA durch einen viel zu niedrigen Grenzwert verteufelten Stickstoffdioxid zu leiden haben, sondern am Anstieg des CO2. Auch eine erhöhte Elektroquote für zugelassene Autos von 70 Prozent bis 2030 ist blanke Augenwischerei. Die Umweltbilanz der Akkuherstellung ist gnadenlos schlecht: Raubbau an der Natur durch Lithium- und Kobaltabbau; bei theoretischer Umstellung aller konventionellen Motoren auf Elektro ein von Experten berechneter zusätzlicher Stromverbrauch von zwei Drittel des heutigen Gesamtverbrauchs (Summe von Industrie, Haushalt und Verkehr), von der völlig unzureichenden Reichweite abgesehen.

Hier wird Ökologie durch Ideologie ersetzt. Elektrofahrzeuge können also nur als Übergangslösung angesehen werden, bis endlich die wirklich CO2-freie und nachhaltige Wasserstoff-Technologie ausgereift ist. Wasserstoff kann relativ einfach durch Sonnenenergie aus Wasser hergestellt werden, ist im Gegensatz zu Strom gut speicherbar und verbrennt wieder zu Wasser. Ein Tempolimit auf Autobahnen ist allerdings zu begrüßen wegen des besseren Verkehrsflusses, weniger Staus und daraus sich ergebendem verringertem CO2-Ausstoß.

Dr. Klaus Carsten

Bernau

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