Wann kommt der neue Stadtplatz?

Zum Bericht „Wie soll der neue Stadtplatz in Neumarkt-St.

Veit aussehen?“ (Lokalteil):

„Ich war noch niemals in Neumarkt“, bemerkt ein alter Freund aus München in Anspielung auf Udo Jürgens, als ich ihn vom Bahnhof abhole. Auf dem Weg Richtung Stadtplatz entdeckt er ein Schild, das sein Interesse weckt: „Historischer Stadtkern“. Er will mehr wissen. Am Stadtplatz angekommen, erläutere ich ihm ein wenig die Historie und auch die vorgesehenen Sanierungsmaßnahmen. Ein großformatiger Plan in einem Schaufenster ist dabei hilfreich. Schließlich hat so ein Stadtplatz nicht nur eine Vergangenheit, sondern muss auch eine lebenswerte Zukunft haben. Da gibt er mir recht. Besonders gefällt ihm, dass man offensichtlich nicht nur an Autos, Parkplätze und Geschäfte gedacht hat, sondern auch an kulturinteressierte Besucher wie ihn. Dafür sind die Baumgruppen mit Bänken wohl vorgesehen, meint er. Da soll nun einer sagen, solche Ruheoasen bräuchten wir nicht. Zum Flanieren und Schauen komme kaum jemand.

Weiter oben am Stadtplatz bei der anderen Apotheke kommt uns eine Frau mit ihrem Rollator entgegen. Sie ist ziemlich außer sich und schimpft. „Eine Sauerei. Alle denken an die Autofahrer und die Geschäftsleute. An uns denkt keiner“. Es gelingt ihr nur mit Mühe, ihr Gefährt auf den großen Pflastersteinen in der Spur zu halten und es über den Randstein auf den Gehweg zu hieven. Ich versuche sie zu beruhigen: Wenn der Stadtplatz so saniert wird, wie es der Stadtrat beschlossen hat, dann wird das für sie eine sehr große Erleichterung. Sie ist zufrieden und hofft, „dass endlich alles so kommt und dass die Diskutiererei nicht wieder von vorn angeht“. Der Freund hat vor, mich wieder mal zu besuchen. Ob er den neuen Stadtplatz noch erleben wird? Er ist schließlich schon 45.

Heinz Heimerl

Neumarkt-St.Veit

Kommentare