Waldhektarprämie: Wer muss das bezahlen?

Zum Bericht „50 Millionen für Waldbesitzer“ (Bayern):

Das OVB berichtet über eine aktuell eingeführte Waldhektarprämie. Der detaillierte Zusammenhang zwischen Zertifizierung, Schulmilchgesetz, De-Minimis-Grenze, Corona und anderem ist für Laien nicht ganz verständlich. Das Ergebnis aber ist eindeutig: Für die Waldbesitzer Deutschlands sind für die Jahre 2020/21 500 Millionen Euro aus dem insgesamt 700 Millionen Euro schweren Corona-Konjunkturpakt Holzwirtschaft vorgesehen (BLW).

Die Förderung ist eine Flächenprämie, sprich: Es bekommt mehr, wer mehr besitzt. Es fehlen in dem Bericht sowohl die Erklärung, welche Belastung die Waldbesitzer durch Corona zu ertragen haben, als auch die Angaben, an welche Bedingungen die Förderung gegebenenfalls geknüpft ist.

Ein Landtagsabgeordneter erklärte mir, der Hintergrund der Hilfsmaßnahme seien die Liquiditätsprobleme vieler Erwerbsforstbetriebe, da durch die Corona-Pandemie die Holzmärkte eingebrochen sind. Der Holzpreis ist aber bereits Anfang 2019 auf das aktuell sehr niedrige Niveau gefallen.

Corona ist also nicht die Ursache dieser Liquiditätsprobleme. Es bleibt der Eindruck, dass hier Geld vom Steuerzahler genommen wird, nur weil es anscheinend derzeit ziemlich einfach geht und natürlich auch, weil die Landwirtschaft mit einer überaus mächtigen Lobby in Entscheidungsgremien vertreten ist. Wenn der Bundestag Geld für die Waldbesitzer bereitstellen will, dann soll er dieser Hilfe wenigstens den richtigen Namen geben und nicht Corona dafür missbrauchen.

Ich denke, es ist an der Zeit, auch an die Menschen zu denken, die dieses Geld zu bezahlen haben – jetzt und in den kommenden Generationen.

Josef Stein

Bad Endorf

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