An der Wahrheit orientieren

Zum Artikel „Morddrohungen und üble Beschimpfungen“ (Bayernteil):

Mir geht es nicht darum, Morddrohungen zu bagatellisieren oder gar zu rechtfertigen. Trotzdem möchte ich einige Punkte klarstellen. Herr Bedford-Strohm erhält die Morddrohungen ganz sicher nicht wegen der Seenotrettung. Kein Mensch hat etwas gegen Seenotrettung. Es geht hier aber nicht um Seenotrettung, sondern wohl eher um eine künstlich herbeigeführte Notlage, in der sich vor allem junge, gesunde Männer von ihren Schleppern auf mittelmeeruntaugliche Boote setzen lassen. Außerdem: Kein Mensch muss von einem Kontinent fliehen, schon gar nicht von einem Kontinent wie Afrika, mit zig sicheren Ländern. Wer sich dennoch freiwillig auf den Weg macht, ist bestenfalls ein Migrant, kein Flüchtling. Das müsste doch auch einem Landesbischof inzwischen klar sein. Jeder, der sich auf den Weg macht und nahe der afrikanischen Küste aufgenommen wird, muss nicht zwangsläufig ins ferner gelegene Europa gebracht werden, sondern zurück ins nahe gelegene Afrika, bis festgestellt wurde, ob überhaupt ein Recht auf Asyl besteht. Es handelt sich also um einen Akt planvollen Rechtsbruchs zur illegalen Schleusung aus Afrika.

Wir haben Gesetze und an die haben sich insbesondere die Kirchen zu halten, um mit gutem Beispiel voranzugehen. Wer in der Kirche an vorderster Stelle steht, sollte sich doch so nah wie möglich an der Wahrheit orientieren und nicht Humanität heucheln oder gar vorsätzlichen Rechtsbruch begehen.

Cornelia Kreutz

Stephanskirchen

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