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Wahrheit muss Wahrheit bleiben

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Zum Bericht „Wer legte das Fundament des Erinnerns?“ (Lokalteil)

Angestoßen hat das Ganze im Wesentlichen die Zeitschrift „Der rote Landbote“, zu deren Mitarbeitern ich gehörte. Immer wieder haben wir damals – ab Ende der 1970er-Jahre – eine Gedenkstätte für das ehemalige Konzentrationslager Mettenheim gefordert.

Der ehemalige Redakteur der „Waldkraiburger Nachrichten“, Klaus Hallmann, schrieb 2014 in einer Rezension zu dem Buch von Max Brym „Es begann in Altötting“: „Viele haben Brym damals sehr ernst, einige zu ernst genommen.“ Das allein schon widerlegt die Behauptung von Frau Köhr, dass sie sich an keine wesentlichen Aktivitäten von Herrn Brym „erinnern könne“. Die Aussagen von Herrn Brym entsprechen vollständig der Wahrheit. Dies kann ich als Zeitzeuge nur bestätigen.

Wir haben nie behauptet, dass wir allein verantwortlich waren für die KZ-Gedenkstätte Mettenheim. Historische Wahrheit ist, dass wir zuerst die Forderung nach einer KZ-Gedenkstätte öffentlich erhoben haben.

All das hat die ehemalige Stellvertretende Landrätin Eva Köhr entweder bewusst oder unbewusst verdrängt. Stattdessen nennt sie unsere Arbeit damals und Herrn Brym „unverschämt“.

Letztlich sollte man froh sein, dass es heute eine KZ-Gedenkstätte gibt. Nur die CSU sollte sich fragen, warum es bis 2018 damit dauert. Frau Köhr erwähnt in diesem Zusammenhang nur lobend einige CSU-Mandatsträger, aber nicht das Gespräch zwischen dem damaligen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, dem Sozialdemokraten Hans Jochen Vogel und dem ehemaligen KZ-Insassen Max Mannheimer im August 2015. Erst dort wurden die Mittel von der Staatsregierung für ein würdiges Gedenken zur Verfügung gestellt.

Aber Wahrheit muss Wahrheit bleiben: Wir damaligen Linken begannen als erste, diese Frage aufzuwerfen.

Ernst Tuppen

Waldkraiburg

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