Wählerwille verfälscht

Zur Berichterstattung über die Kommunalwahlen (Regionalteil):

Den neu gewählten Bürgermeistern und den neu gewählten Gemeinderäten in der Stadt und im Landkreis Rosenheim meinen herzlichen Glückwunsch. Das jetzt gültige Wahlrecht verfälscht jedoch den Wählerwillen, aufgezeigt am Beispiel der Gemeinde Stephanskirchen. So sind beispielsweise Hans Kink (CSU, 1510 Stimmen) oder Stephan Mayer (Parteifreie, 1489 Stimmen) nur Nachrücker, während Johannes Lessing (Grüne, 1389 Stimmen), Matthias Wenig (Grüne, 1140 Stimmen), Steffi Panhans (SPD, 963 Stimmen) und Friedrich Kreuz (AfD, 886 Stimmen) im neuen Gemeinderat sind. Der Wähler wollte mehr Parteifreie und CSU-ler im Gemeinderat und weniger Grüne und SPD-ler und keinen AfD-ler. Dies zeigt auch der Sitzverteilungsvergleich beider Wahlsysteme. Listenwahl: Parteifreie 8, CSU 6, Grüne 4, BP 2, SPD 2, Freie Wähler 1, AfD 1. Persönlichkeitswahl: Parteifreie 10, CSU 8, Grüne 2, BP 2, SPD 1, Freie Wähler 1, AfD 0. Wann gibt es endlich ein Volksbegehren, damit das bayerische Kommunalwahlrecht von der Listen- auf die Persönlichkeitswahl umgestellt werden kann? Nachdem Deutschland der größte Papierverbraucher der Welt ist, könnte so die Oberbürgermeister-, Stadtrats-, Bürgermeister- und Gemeinderatswahl auf einem einzigen DIN-A4-Blatt erfolgen, was auch die Wahlhelfer entlasten würde, denen ich ganz besonders danke.

Cornelius Feiner

Stephanskirchen

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