Von Corona-Tests und „Superspreadern“

Nach einem heftigen Corona-Ausbruch
              in Garmisch-Partenkirchen ist noch unklar, mit welchen Konsequenzen die mutmaßliche Verursacherin rechnen muss. Am Testzentrum im Ort (Bild) herrschte reger Andrang.
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Nach einem heftigen Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen ist noch unklar, mit welchen Konsequenzen die mutmaßliche Verursacherin rechnen muss. Am Testzentrum im Ort (Bild) herrschte reger Andrang.

Zur Berichterstattung über die Corona-Pandemie und ihre Folgen (Politik- und Bayernteil/Leserbrief):

Die verschärfte Maskenpflicht wird mit der Siebentage-Inzidenz begründet. Es fehlt jeglicher Hinweis, wer aufgrund welcher wissenschaftlichen Grundlage die Höchstgrenzen festgelegt hat. Bei einer Verdoppelung der Tests verdoppelt sich auch die Zahl der positiven Ergebnisse, obwohl der Prozentsatz gleich bleibt. Dieser Prozentsatz ist wichtig, nicht die absolute Zahl. Ein positiver PCR-Test besagt nur, dass Gen-Bestandteile des Virus festgestellt wurden. Wer ein funktionierendes Immunsystem hat, das das Virus unschädlich gemacht hat, wird noch einige Zeit als positiv getestet, obwohl kein lebendes Virus im Körper mehr vorhanden ist und somit keine Ansteckungsgefahr besteht.

Wird ein Schüler positiv getestet, dann wird die Klasse oder sogar die ganze Schule in Quarantäne geschickt. Das ist nur vertretbar, wenn tatsächlich noch ein Virus vorhanden ist. Dieser Nachweis ist offenbar zu teuer oder zu aufwendig und deshalb wird darauf verzichtet. Ist das eine seriöse Gesundheitspolitik?

Alfons SchwarzenböckAschau am Inn

Simone Fleischmann, die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands, in dem Bericht „Mehr Gewalt gegen Lehrer“ (Seite 1) lediglich mit der Zahl „nur 0,9 Prozent der Lehrer seien durch Attest freigestellt“ zu zitieren, ist etwas simpel. Hier böte sich dem Journalismus die Chance für eine Recherche zum Vergleich mit der gesamten arbeitenden Bevölkerung. Hier käme möglicherweise Überraschendes zutage – in der einen oder anderen Richtung.

Vielleicht gilt ja auch für Herrn Merz Aussage die alte Weisheit „wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd“.

Martin Theurer

Schleching

Ich finde es erschreckend, wie sämtliche Medien die 26-jährige US-Amerikanerin im Garmisch-Partenkirchen als „Superspreaderin“ an den Pranger stellen, als hätte sie einen Terroranschlag mit mehreren Toten verübt. Müssen denn die OVB-Heimatzeitungen diesen sensationsgeilen und vorverurteilenden „Bildzeitungs-Stil“ unbedingt imitieren? Sicherlich war das Verhalten der jungen Frau sehr unvernünftig, aber von 1000 Getesteten waren drei infiziert. Und es ist meines Wissens noch nicht mal erwiesen, ob diese und die infizierten Mitarbeiter sich bei ihr angesteckt haben. Natürlich entblödet sich unser „harter Hund“ Söder nicht, auf die 26-Jährige einzudreschen und eine hohe Strafe zu fordern. Aber das Ganze passt ihm vermutlich hervorragend in den Kram, um endgültig von seinen Test-Pannen abzulenken.

Uli Bauer

Prien

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