Volle Konten und leere Kirchen

Zum Artikel „Kirchensteuer ist tabu“ (Politikteil):

Der Vorstoß aus den Reihen der Bischöfe, für die Entschädigungen der Missbrauchsopfer auch die Kirchensteuer heranzuziehen, ist unanständig und absurd. Die deutschen Bischöfe verstoßen wider besseren Wissens gegen geltendes Kirchenrecht. Dies ist eine vorsätzliche Verkennung der Rechtslage. Denn es müsse klar unterschieden werden zwischen der Glaubensgemeinschaft als solcher und der beim Staat errichteten Körperschaft des öffentlichen Rechts.

Selbst eine Person, die von kirchlichen Mitarbeitern missbraucht worden ist und der Glaubensgemeinschaft, trotz allem Leid, treu geblieben ist, muss weiterhin die „Kirchensteuer“ entrichten, die dann auch für die Entschädigung der Opfer verwendet wird. Spätestens hier wird die Absurdität deutlich.

Um die Frohe Botschaft wieder zum Mittelpunkt der deutschen Kirche werden zu lassen, braucht es eine Befreiung aus dem engmaschigen Finanzsystem, das die Kirche einschnürt und vielen Gläubigen die Freiheit nimmt, sich für den Glauben zu entscheiden. Die katholische Kirche muss endlich in wahrer Ökumene die Mahnung Jesu ernst nehmen und darf nicht weiter zwei Herren dienen, Gott und dem Mammon. Geld erstickt alles in der Kirche. Volle Konten und leere Kirchen, das ist doch ein wahnsinniger Widerspruch. Eine Kirche, die Sakramente gegen Geld tauscht, ist nicht meine Kirche, ich möchte eine arme und demütige Kirche. Gelingt es dem Klerus, auf Menschen zuzugehen, sie in Freud und Leid zu begleiten, Seelsorger zu sein und ihnen dadurch zu vermitteln, dass Religion und Glauben das Leben bereichern und nicht einengen, wird mancher den Weg zur Kirche wiederfinden.

Wenzel Schuster

Töging

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