Völlig überzogen

Zum Bericht „Härtere Strafen für Autofahrer: So schnell ist jetzt der Führerschein weg“ auf der Weltspiegel-Seite:

Im größten Chaos der Corona-Krise beschert uns Super-Minister Andreas Scheuer das nächste Malheur. Als wie wenn sein Versagen bei der Maut nicht schon gereicht hätte, eine Nachlässigkeit, die den Steuerzahler richtig Geld kosten wird, kommt dieser nassforsche Mann mit einem gesalzenen Maßnahmen-Katalog um die Ecke, der in dieser Auslegung reihenweise Führerscheine einkassieren wird.

Und der Landesvater in München, aus dessen Stall Scheuer kommt, schaut auch noch zu dabei. Während wir auf einen wirtschaftlichen Abgrund zusteuern, haben die in Berlin nichts Besseres zu tun, als den Leuten solche Prügel zwischen die Beine zu werfen. Natürlich gehören Raser und Drängler abkassiert, bestraft oder ihnen der Führerschein entzogen. Das bleibt unbestritten. Aber jemand, der aus Unachtsamkeit im Stress mal etwas zu schnell fährt, gleich den Schein zu nehmen oder das Punktesystem dermaßen auf scharf zu stellen, dass es unweigerlich dazu führt, ist genau das, was wir jetzt nicht brauchen. Es trifft doch wieder die Kleinen, den Paketfahrer, den Außendienstler, die sich mühsam durch den Alltag pflügen und die auf den Führerschein angewiesen sind.

Aber an diesem Beispiel sieht man, dass es denen da oben egal ist, wie sich der armselige Normal-Bürger durchwurstelt. Oder man denkt schon raffiniert an Steuermehreinnahmen aus dieser Aktion, weil versprochen wurde, notleidenden Menschen in der Corona-Krise zu helfen, aber dafür den Leuten vorsichtshalber schon mal in die Tasche greift?

Wolfgang Fuchs

Bad Aibling

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