Viel Sinn, wenig Lohn

Zum Kommentar „Anerkennung für Pflegekräfte – Auf den Applaus müssen Taten folgen“ (Politikteil):

Seit nunmehr 33 Jahren leiste ich als Heilerziehungspfleger die Pflege, Betreuung und Lebensbegleitung von Menschen mit Behinderungen. Die Spannweite erstreckt sich von der Arbeit mit geistig behinderten Menschen und Menschen mit Schädel-Hirn-Traumaverletzungen in der Wohnpflege über die Begleitung von psychisch kranken Menschen und Menschen mit Mehrfachbehinderungen in Werkstätten für behinderte Menschen.

Ich liebe meinen Beruf. Es gibt nichts Schöneres und Wertvolleres, als für andere Menschen da sein zu dürfen. Diese Sinnerfüllung haben wenige Berufe. Dennoch musste ich mir ein Arbeitsleben lang Zuverdienstmöglichkeiten schaffen, um mir diesen Beruf mit Familie, insbesondere bei der Erziehung der Kinder und auch jetzt zur Betreuung der Schwiegereltern, leisten zu können.

Nun erschweren das Abstandsgebot und das Ansteckungsrisiko während der Pandemie auch noch die private Pflege beider Schwiegereltern im 100 Kilometer entfernten Landkreis Miesbach. Meine Frau und ich wechseln uns bei den an Demenz erkrankten Schwiegereltern ab. Gerne nehme ich das Angebot der Staatsregierung an und betrachte den einmaligen Corona-Pflegebonus als Benzingeld für den erhöhten Aufwand, damit ich mir die Fahrten zur Pflege der Schwiegereltern leisten kann.

Gottfried Kirmeier

Mühldorf

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