Zu viel oder zu wenig Einschränkungen?

Erste Lockerungen der strikten Corona-Regeln:Seit Montag dürfen in etlichen Bundesländern Geschäfte mit bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche wieder geöffnet haben. In Bayern ist es erst ab dem 27. April so weit. dpa
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Erste Lockerungen der strikten Corona-Regeln:Seit Montag dürfen in etlichen Bundesländern Geschäfte mit bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche wieder geöffnet haben. In Bayern ist es erst ab dem 27. April so weit. dpa

Zur Berichterstattung über die Corona-Krise (Politikteil):

Die Exit-Strategie von Ministerpräsident Markus Söder ist leider in sich nicht schlüssig und zudem von Ratlosigkeit geprägt. Einerseits sagt er, Gastronomie und Hotellerie könnten derzeit nicht geöffnet werden und begründet dies unter anderem damit, dass dort der erforderliche Mindestabstand von 1,5 bis zwei Metern nicht eingehalten werden könne. Anderseits hofft er bei einer Eröffnung an Pfingsten auf einen Boom, da ja keine Urlaubsreisen ins Ausland möglich sind. Er bleibt aber die Antwort schuldig, wie bei Beibehaltung des Abstandsgebots dieser „Boom“ möglich sein soll. Restaurants und Gaststätten dürften dann nämlich nur etwa ein Drittel der sonst vorhandenen Plätze anbieten. Es bedarf schon kühner Rechenkünste, um der Gastronomie hier einen „Boom“ zu bescheren. Im Übrigen haben führende Virologen bestätigt, dass die Ansteckungsgefahr im Restaurant nicht größer ist als in einem Ladengeschäft. Ich würde der Gastronomie empfehlen, das derzeitige Verbot und die damit verbundene Ungleichbehandlung gerichtlich überprüfen zu lassen.

Martin Stemberger

Rosenheim

Eine Studie der London School of Economics will herausgefunden haben, dass „jeder zweite Todesfall durch das Virus aus einem Pflegeheim gemeldet wird“. Zwar äußern die Verfasser wegen Definitionsunterschieden gleich selbst Zweifel, aber auch für uns wäre wichtig zu wissen, wie viele unserer Corona-Toten zuvor im Heim gelebt haben. Leider sagt das Robert-Koch-Institut darüber bisher nichts. Deutsche Virologen sprechen unisono über eine hohe Gefährdung von Menschen hohen Alters und von Menschen mit Vorerkrankungen. China berichtete, dass 80 Prozent der dort an oder mit dem Virus Verstorbenen über 60 Jahre alt waren. Deutsche Zahlen (Stand Februar) gehen in die gleiche Richtung. In Deutschland wurden Ende 2018 rund 3,4 Millionen Pflegebedürftige gezählt. Die meisten, rund 60 Prozent davon, werden zu Hause betreut. Fast 40 Prozent leben in Heimen. Vermutlich leiden viele dieser älteren Menschen auch an ernsthaften Vorerkrankungen. Um diese Menschen müsste man sich – wenn man mit Priorität 1 die Virus-Todesrate reduzieren möchte – besonders kümmern. Man muss sich bewusst sein, dass die allseits erstrebte Abflachung der Infektions-Kurve zwar Krankenhauskapazitäten freihält, aber die Gefahrenzeit für alle verlängert, vielleicht bis zum Jahresende, vielleicht sogar noch länger. Es kann daher nicht schaden, sich schon einmal an das Maskentragen zu gewöhnen. Wie man sich am besten um gefährdete Personen in Heimen kümmert und was maximal möglich ist, müssen Experten aus dem Gesundheits- und Pflegebereich sagen. Man bekommt aber Zweifel an einer wirksamen Virenabwehr, wenn man sich den von vielen Stellen beklagten aktuellen Mangel an einfachem Schutzmaterial vergegenwärtigt.

Norbert Vogel

Schechen

Die neuesten aktuellen Informationen bezüglich Corona erhält man ausführlich in den Nachrichtensendungen der öffentlich-rechtlichen Sender (ARD/ZDF). Seit Wochen wird im Anschluss an die Tagesschau eine Extra-Sendung ausgestrahlt. Zusätzlich läuft diese „ungemein wichtige“ Sendung auf allen dritten Programmen. Der Inhalt beläuft sich hinsichtlich neuer Informationen auf null. Seit Wochen wird ein Weg zurück zur Normalität gesucht. Ein kleiner Schritt wäre, auf diese vollkommen überflüssigen Extra-Sendungen zu verzichten.

Gerhard Förster

Kolbermoor

Was läuft hier gerade ab im Namen der Corona-Pandemie? Hier gibt es mehrere „Kriegsschauplätze“: Es wurden von einer seit Jahren sinkende Einnahmen fürchtenden (auslaufende Patente) Pharmaindustrie riesige Summen in die Impfstoffforschung investiert. Und jetzt will man Rendite sehen. Deshalb wird mithilfe unserer durch Zwangsabgaben finanzierten Staatsmedien ein Schreckensszenario aufgebaut und durch das absichtliche Weglassen der ganzen Wahrheit (an Covid sterben überwiegend 80-Jährige mit lebengefährlichen Vorerkrankungen, um die man sich vor Corona auch nichts geschert hat). Um das Impfgeschäft machen zu können, muss man mit allen Mitteln kostenlose natürliche Herdenimmunität verhindern. Mit Maßnahmen wie sonst nur in Diktaturen macht sich der Staat zum Helfershelfer der Pharmaindustrie. Wer dies für Verschwörungstheorie hält, der schaue sich die arte-Doku „Profiteure der Angst“ an. Und im Fahrwasser der „Corona-Krise“ entleert man noch eine riesige Finanzblase wieder einmal auf Kosten der Steuerzahler.

Martin Riedl

Kolbermoor

Normalerweise schätze ich die Kommentare von Herrn Anastasiadis sehr, weil er meist sehr realitätsnah den Nagel auf den Kopf trifft. Nun schreibt er allerdings, dass unter anderem Wirtshäuser noch lange zu bleiben werden, weil sich Alkoholkonsum und Corona-Bekämpfung nicht vertragen. Wollen Sie damit sagen, dass aus Ihrer Sicht die Leute, die Wirtshäuser und Restaurants besuchen, dies nur tun, um sich zu betrinken? Es gibt jede Menge fleißige Leute, die sich gerade jetzt nach einem arbeitsreichen Tag wieder einmal ein erholsames Abendessen in einem Restaurant wünschen. Und auch Ältere, die nicht mehr so fit in der eigenen Küche sind, vermissen diese kleine Abwechslung. Im Übrigen wäre eine kleine weitere Öffnung über Essen zum Mitnehmen und Lieferservice hinaus eine längst erforderliche Entlastung insbesondere für kleine Restaurantbetriebe. Wenn man glaubt, man müsse den Alkoholkonsum beschränken, könnte man doch zumindest Öffnungszeiten bis 20 Uhr erlauben. Und wenn sich Alkoholkonsum und Corona-Bekämpfung nicht vertragen, warum sind dann der Verkauf von Alkoholika in Super- und Getränkemärkten sowie an Tankstellen nicht schon längst verboten? Ich sage nur, rettet die kleinen Wirte!

Johann Pelzl

Rosenheim

Frau Wieland aus Prien begibt sich in ihrem Leserbrief in die Nähe der AfD und der rechten CSU, die Frau Merkel für alles, was schief- oder vermeintlich schiefläuft in Deutschland, schuldig spricht. Sie befindet sich in „guter Gesellschaft“ mit Kommentator Georg Anastasiadis. Sie weiß nicht, dass Gesundheitspolitik Ländersache ist und dass Frau Merkel nur zwischen den Ministerpräsidenten koordinieren kann. Alle außer der AfD bescheinigen Frau Merkel bisher eine richtige Handlungsweise, insbesondere der Vergleich mit anderen EU-Ländern und den USA ist hervorragend. Bayern allerdings hat eine sehr hohe Corona-Rate, obwohl das Land vom großen Macher Söder, der oft vorprescht und sich nicht an Abmachungen hält, regiert wird. Obwohl Herrn Söder seit Ende Januar wegen des Falls Webasto bei München und des Verlaufes in China alles bekannt war, tat er nichts. Jeder sah, dass China und Südkorea sehr schnell die Krise im Griff hatten, weil jeder Mensch konsequent und überall Mundschutz trägt. Wenn Bayern als erst- und am meisten Corona-Betroffener rechtzeitig richtige Maßnahmen ergriffen hätte, zum Beispiel Mundschutz, Einreise von Chinesen und Italienern rechtzeitig gestoppt, Warnung vor Ski-Urlaub, anstatt später mit „Kanzler-Muskeln“ zu spielen, hätten wir uns in Deutschland viele Einschränkungen und den Großteil der wirtschaftlichen Schäden sparen können. Die unsinnigste und für unser Gesundheitswesen schädlichste Entscheidung war, dass Medizinstudenten ihr II. Staatsexamen erst 2021 machen dürfen. Es gibt jetzt Mitte April immer noch nicht genug Masken – was ist los Herr Söder?! Muss man am Schluss sagen: „Hektische Aktivitäten ersetzen geistige Windstille?“

Martin Cretnik

Prien

Ich möchte mich heute bei allen Menschen, die im Pflegebereich tätig sind und sich tagtäglich um die Gesundheit und Genesung aller Mitmenschen kümmern, aus tiefstem Herzen bedanken. Gerade im Moment dieser enormen Präsenz dieses Virus ist voller Einsatz gefragt und man kommt schnell an seine Grenzen. Auch den Angestellten der Supermärkte möchte ich danken. Sie leisten mehr als genug im Moment. Alle, die sich für andere einsetzen haben jetzt mal großen Respekt und ein Dankeschön verdient.

Gabi Irl

Edling

Claus Kleber hat im Heute-Journal am Ostersonntag dafür plädiert, die Herdenimmunität zu fördern. Das heißt, alle jungen und gesunden Menschen sollen sich freiwillig infizieren (75 Prozent der Bevölkerung), um eine größtmögliche Immunität zu erreichen. Doch wie soll das gesteuert werden, ohne unser Gesundheitssystem nicht zu überlasten? Wir, die Alten und gesundheitlich Vorbelasteten, sollen schauen, wo wir bleiben. Wenn das seine Privatmeinung ist, okay. Aber er hat das vorgeschlagen als hochbezahlter Mitarbeiter des ZDF, einer öffentlich-rechtlichen Anstalt, die von unser allen Zwangsbeiträgen finanziert wird. Dieser Mann ist sofort fristlos zu entlassen, ohne Abfindung! Wer mit dem Leben von Hundertausenden spielt, hat es nicht anders verdient. Großbritannien hat diese Möglichkeit probiert, das Ergebnis ist bekannt.

Hans Stummer

Gars

Laut einer aktuellen Umfrage sind derzeit nur noch vier von zehn Befragten für eine Aufrechterhaltung der getroffenen Maßnahmen. Verfassungsrechtler bezeichnen viele der Regelungen sogar im Katastrophenfall als verfassungswidrig. Als Dauerbegründung für die Aufrechterhaltung dieses Vorgehens dient die Aussage, es gebe weder Impfstoff noch Medikament. Dies erscheint zunehmend fragwürdig, nachdem australische Forscher das Virus mit dem Krätzemedikament „Intervectim“ im Laborversuch schon vor Wochen innerhalb von 48 Stunden abtöten konnten. Irritierend erscheint, dass in gegenwärtigen Diskussionen Medikamente wie dieses nicht einmal auftauchen. Wäre es wirklich der Plan der Regierungen, uns in Kürze unsere Grundrechte wiederzugeben und diesen halbdiktatorischen Zustand zu beenden, wäre doch zu erwarten, dass beispielsweise die oben erwähnten australischen Forscher umgehend finanzielle Unterstützung zur Testung am Menschen erhalten. Das Medikament ist als antivirales Mittel weltweit zugelassen und in großen Mengen verfügbar. Letztlich verwundert es bei diesen deutlichen Widersprüchen in der politischen Diskussion nicht, dass nicht einmal mehr die Hälfte der Deutschen hinter den Entscheidungen der Politik steht.

Beate Pfliegl-Moussavian

Bruckmühl

Katastrophenalarm, Ausgangssperre, Atemmasken, Hamsterkäufe viele Städte und Dörfer sind wie leer gefegt und die Stimmung wirkt schon manchmal wie bei einem Dritten Weltkrieg, nur ohne sichtbare Waffen. Von jemanden erfunden und so gewollt, aber aus den Ruder gelaufen, oder doch nur ein Virus, da einfach die Menschheit auf der Erde zu viel geworden ist? Man weiß es nicht und wird es auch kaum erfahren! Das Positive an der Sache ist, dass die seit Langem ewige Spirale des immer mehr, schneller und weiter endlich unterbrochen ist und die Menschen wieder ruhiger und zufriedener geworden sind. Was tut mir gut und was ist mir im Leben eigentlich wichtig? Für die gesamte Weltwirtschaftslage ist die Corona-Krise sehr schlimm, aber unserer Umwelt, Natur und Luft tut es mal gut – weniger Flüge, Verkehr und somit weniger CO2-Ausstoß! Die großen Firmen werden durch die staatlichen Hilfen noch reicher werden und für die Masse an vielen kleinen Mittelstandbetrieben wird kaum was vom Söders „Geldsackl“ übrig bleiben. Nun macht halt mal die ganze Welt, ob reich oder arm, ob alt oder jung, einfach mal Pause!

Peter Moosmüller

Bad Endorf

Die Bundesregierung hat die Entwicklung verschlafen. Noch im Februar hat der Gesundheitsminister die Gefahr kleingeredet. Auch das Robert-Koch-Institut und selbst die WHO haben sich lange gesträubt, Covid19 als Pandemie zu erklären. Nun ist die Pandemie global verbreitet. Wir stellen fest, dass nicht genug medizinische Schutzausrüstungen vorgehalten wurden und auch dass die privatisierten Kliniken und Pflegeeinrichtungen in erster Linie auf ihre Gewinnmargen geachtet haben. Markus Söder hat rechtzeitig reagiert und neben der richtigen Ausgangsbeschränkung kauft er für Bayern nun weltweit Schutzmasken auf. Unser Gesundheitssystem steht im internationalen Vergleich trotzdem besser da als andere – aber nicht wegen Merkel, sondern trotz Merkel. Bis wirksame Medikamente oder ein Impfstoff verfügbar sind, werden wir weiter mit Abstandsgebot, Schutzmasken und Absagen all der sportlichen, kulturellen und religiösen Veranstaltungen leben müssen. Der Tourismus wird sich wieder hin zu heimischen Zielen entwickeln. Viele geschäftliche Flüge werden unnötig, weil man die Vorzüge von Videokonferenzen entdeckt hat. Die globale wirtschaftliche Abhängigkeit muss rasch und wirksam reduziert werden. Das föderale System wird teilweise auf dem Prüfstand stehen. Besonders das privatisierte Gesundheitssystem sollte umgehend wieder unter eine nicht gewinnorientierte, staatliche Kontrolle gestellt werden. Ebenso muss zukünftig die Produktion von Medikamenten und Schutzausrüstungen in Europa stattfinden. Nehmen wir bitte positiv wahr, dass Menschen sich wieder intensiver umeinander kümmern, dass das Coronavirus den klimatischen Fußabdruck in einer Weise verändert wie es kein Gesetz hätte bewirken können. Wir müssen diese Pandemie als Chance erkennen, uns global neu aufzustellen – indem wir unser Bewusstsein zur Natur, zu den Menschen und unseren Wertvorstellungen ändern.

Jakob Gerhard

Rohrdorf

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