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Viel Kritik an der Afghanistan-Politik

Später Einsatz: Geflüchtete sitzen in einem Airbus A400M der Bundeswehr. Sie hat weitere deutsche Staatsbürger und afghanische Ortskräfte aus Kabul ausgeflogen.
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Später Einsatz: Geflüchtete sitzen in einem Airbus A400M der Bundeswehr. Sie hat weitere deutsche Staatsbürger und afghanische Ortskräfte aus Kabul ausgeflogen.

Zur Berichterstattung über Afghanistan (Politikteil):

Eine äußerst komplizierte und wechselhafte politische Geschichte hat Afghanistan geprägt. Letztlich durch das militärische Engagement der BRD sind wir jetzt direkt in das Geschehen einbezogen. Politisch und militärisch hat es Fehleinschätzungen gegeben. Das steht fest. Alle Kraft und alle Möglichkeiten, um Hilfe zu leisten, müssen nun genutzt werden. Dazu gehören auch diplomatische Verhandlungen mit den Taliban.

Da erscheinen Schuldzuweisungen oder Forderungen nach Rücktritt nur als polemische Wahlkampfaktionen und werden der Situation nicht gerecht. Die entstandene Lage ist international, nicht nur durch den deutschen Außenminister, völlig falsch bewertet worden. Die Einschätzung der Taliban einerseits und die militärische Stärke des afghanischen Militärs andererseits haben überrascht. Die deutschen Einheiten konnten ohne die Hilfe der Amerikaner zu keinem früheren Zeitpunkt eine groß angelegte Evakuierungsaktion durchführen. Die Forderung aller Parteien, Menschen aus Afghanistan ohne vorherige Prüfung ihres Status in unser Land zu lassen, ist erst vor dem Hintergrund der ergreifenden Berichte entstanden.

Unsere Politiker sollen aus solchen Ereignissen lernen. Alle, die regierenden und die aus der Opposition. Viele Fragen gibt es für die Zukunft zu klären. Politische, militärische, komplizierte nationale und internationale Strukturen zu hinterfragen und neu zu ordnen. Vorsicht, vielleicht steht die eine oder der andere, die jetzt laut schreien, plötzlich bald selbst in der Verantwortung und der Ruf nach Rücktritt ertönt… Erst denken und analysieren, dann äußern.

Jürgen Zink

Rosenheim

Der Einsatz der Bundeswehr als Parlamentsarmee hat 20 Jahre gedauert und den Steuerzahler rund 13 Milliarden Euro gekostet. Insgesamt 150 000 Soldaten hatten unter anderem den Auftrag, die afghanische Polizei und Armee auszubilden, damit diese in der Lage sind, in ihrem Land für Recht und Ordnung zu sorgen beziehungsweise dieses auch zu verteidigen. Fakt ist aber, dass ein Drittel dieser Auszubildenden ihre Ausbildung abgebrochen hatten oder fahnenflüchtig geworden sind.

Jetzt wundert man sich, warum die Taliban so schnell das ganze Land einnehmen konnten, ohne dass mit großem Widerstand der afghanischen Armee zu rechnen war. Selbst der afghanische Präsident hatte fluchtartig das Land verlassen. US-Präsident Biden kam zu der Erkenntnis, dass es sich nicht lohnt, ein Land mit Soldaten zu verteidigen, wenn dessen eigene Armee nicht selbst kämpfen will.

Zu dieser Erkenntnis hätten längst auch die Führungskräfte der Bundeswehr kommen müssen, dann müssten sich unsere Politiker nicht dauernd mit einer falschen Einschätzung der Lage entschuldigen.

Das blamable Desaster ist auch dem Umstand zu verdanken, dass es weder bei den Amerikanern noch bei deren Verbündeten von Anfang an eine Exit-Strategie gab. Bestätigt wird das durch einen Vergleich der Bilder bei der Flucht der Amerikaner aus Kabul und damals aus Saigon.

Im Übrigen hätte ein Blick in die Geschichtsbücher genügt, um festzustellen, dass eine fremde Macht in Afghanistan nichts ausrichten kann. Diese Erfahrung haben die Briten und Russen schon machen müssen.

Peter Weis

Kolbermoor

Der deutsche Einsatz in Afghanistan hat die Steuerzahler rund 13 Milliarden Euro Steuergelder gekostet. Was hat dieser Einsatz gebracht? Nichts! Das Geld wurde in den afghanischen Sand gesetzt. Die Bundeswehr hat es in den 20 Jahren nicht geschafft, die afghanische Armee so auszubilden, dass sie selbstständig in der Lage ist, ihr Land gegen die Taliban zu verteidigen. Das hätte die militärische Führung vor Ort erkennen müssen und eindringlich die Regierung darüber informieren. Während der Ausbildung sind schon ein Drittel der Afghanen geflüchtet. Warum wurde das nicht erkannt?

Nachdem die alliierten Truppen abgezogen sind, haben die Taliban innerhalb weniger Tage die Macht übernommen. Der afghanische Präsident hat ehrenvoll die politische Verantwortung übernommen und ist mannhaft geflüchtet.

Das deutsche Verteidigungs- und Außenministerium haben die Situation total verschlafen und die Rückholung der Botschaftsangehörigen und Ortskräfte auf die lange Bank geschoben. Jetzt ist man in Not! Man habe nicht damit gerechnet, dass die Taliban so schnell die Macht übernehmen konnten.

Sitzen in der Regierung, im Generalstab, im BND und MAD keine Fachleute? Krampfhaft versuchten die Kanzlerin, die Verteidigungsministerin und der Außenminister die Niederlage schön zu reden. Die Ministerin und der Minister müssen wegen Unfähigkeit sofort zurücktreten. Wie sagte schon Albert Einstein: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir nicht sicher.“

Holger Mairoll

Kolbermoor

Der Siegeszug der Taliban kam für alle „so überraschend“. Für Söder ist es entscheidend, dass es zu keiner unkontrollierten Flüchtlingswelle wie 2015 kommt. Seehofer sprach davon, auch Abschiebungen in ein von Taliban kontrolliertes Afghanistan durchzuführen. Ende Juni lehnte die Regierung von CDU/CSU und SPD einen Antrag der Grünen ab, die afghanischen Ortskräfte samt deren Familien in Sicherheit zu bringen. Zu dieser Zeit waren die deutschen Soldaten bereits fast vollständig abgezogen und die Lage in Afghanistan „unklar“.

Liebe CDU/CSU, für was steht eigentlich das „C“ in eurem Parteinamen? Deutsche Staatsangehörige sitzen am Flughafen in Kabul fest. Afghanische Hilfskräfte fürchten um ihr eigenes Leben und das ihrer Familie wegen möglicher Racheakte der Taliban. Menschenleben von Freunden werden bedroht. Eines ist mir sicher, das „C“ kann nicht für christlich stehen. Ein Christ, mit Nächstenliebe im Herz, würde seine Partner nicht im Stich lassen.

Ein Christ würde in dieser schweren Zeit helfen, wo es nur geht, und nicht wieder Öl ins Debattenfeuer gießen mit der Erwähnung von Flüchtlingswelle und Abschiebungen. Ein Christ würde auch auf Hilfe wartende Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, in einem A400M unbürokratisch in Sicherheit bringen und nicht nur sieben Personen ausfliegen. „Seit Monaten prüft das Auswärtige Amt, wie man denn Ortskräfte da herausholen könnte. Das ist unsere moralische Verpflichtung“, sagte Laschet am 14. August. Vielleicht sollte sich Laschet bei seinem Berater von Opus Dei, einer ultrareaktionär-katholischen Vereinigung, nach dem achten Gebot erkundigen: „Du sollst nicht lügen“. Einer Partei mit christlichem Wertesystem nicht würdig.

Bernhard Suttner

Mühldorf

Die Frauenverachtung der Taliban ist kein Alleinstellungsmerkmal des Islam, sondern auch Bestandteil der christlichen Kultur. Der Sachbuchautor Claus Krämer schreibt, dass frühere Kulturen auf das Matriarchat ausgerichtet waren, ehe Männer das Patriarchat erhoben. Von da an formte der männliche Geist Staat und Religion. Die Erbsündenlehre der Kirche verkündete, dass Frauen besonders empfänglich seien für teuflische Einflüsterungen. Schriften des Mittelalters vermittelten, dass Frauen von Natur aus schlecht seien, eine frauenfeindliche Tradition begann.

Die Schriften des Pelayo, (685-737) untermauerten den männlichen Herrschaftsanspruch in allen Lebensbereichen und waren ein klassisches Beispiel für den Frauenhass (Misogynie). Für ihn waren Frauen teuflische Wesen. Der päpstliche Beichtvater Bischof Alvaro Pelayo leistete in seinem Buch „Das Weinen der Kirche“ dem Frauenhass massiv Vorschub. Es wurde von Papst Johannes XXII. später zum Vorbild für den berüchtigten Hexenhammer. Er zählte 200 Laster und Missetaten von Frauen auf.

Für Thomas von Aquin war die Frau ein missratener Mann; er diskutierte, ob Frauen eine Seele haben oder nicht. Er schrieb: „Wenn du eine Frau siehst, denke, es sei der Teufel! Sie ist eine Art Hölle. Hinsichtlich der Einzelnatur ist das Weib etwas Mangelhaftes und eine Zufallserscheinung, das Weib ist dem Manne von Natur aus unterworfen. Denn im Manne überwiegt die Unterscheidungskraft des Verstandes, die Frau ist von Natur aus mit weniger Tugend und Würde ausgestattet als der Mann.“ Papst Pius II. meinte: „Die Frau ist ein Missgriff der Natur, eine Art verstümmelter, verfehlter, misslungener Mann. Die volle Verwirklichung der menschlichen Art ist nur der Mann.“ Diese hochnäsigen, religiösen Frauenhasser von einst und jetzt unterstellen ihrem Gott mit der Erschaffung der Frau eine miserable Arbeit.

Gudrun Baumann-Sturm

Raubling

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