Um Verzeihung bitten

Zu "Sie haben wieder Angst um ihre Kinder" auf der Seite Weltspiegel:

Mit den grausamen Morden an den Mädchen ist ein schreckliches Verbrechen geschehen, das durch nichts und niemand auf der Welt ungeschehen gemacht werden kann. Wenn nun die Mittäterin zum Glauben gefunden hat, heißt das nicht, dass sie fortan ohne Fehler und Schwächen ist, aber doch, dass von ihr nicht mehr Gefahr ausgeht als von jedem anderen auch. Denn wer die Liebe Gottes entdeckt hat, ist bestrebt, vor allem diese Liebe an andere weiter zugeben.

Wenn sich diese Frau in ein Kloster zurückzieht, ist es ihre lebenslängliche Aufgabe, Gott um Verzeihung zu bitten, seine Lebenspläne mit den Kindern auf so furchtbare Weise zerstört zu haben. Diese vorschnelle "Rückrufaktion in das ewige Leben" hat Gott einen enormen Imageverlust eingebracht. Wie konnte er das zulassen? Da Gott jedem Menschen Freiheit lässt, muss er auch zusehen, dass Menschen sich gegen seine Gebote entscheiden und zum Mörder werden. Gott kann natürlich in der Herrlichkeit des Himmels die Mädchen für alles entschädigen, was ihnen an Gutem hier im Leben entgangen ist.

Dafür zu beten, dass die Angehörigen einen Zugang zum Tröstlichen dieses Glaubens bekommen können, ist eine weitere Aufgabe im Kloster. Denn nur wer an die Schönheit des ewigen Lebens glauben kann, kann in dieser Hoffnung den Frieden des Herzens allmählich wieder finden.

Hildegard Sochatzy

Kirchdorf

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