Vermietung nur an Deutsche

Zu dem Bericht „Vermietung aber nur an Deutsche“ (Bayern):

Wer nur an Deutsche vermieten möchte, ist kein Rassist. Wo ist die Freiheit dieses Volkes? Ein Vermieter sehnt sich nach Homogenität. Gleichnisse schaffen in einem Mietshaus mehr Frieden als kulturelle Unterschiede. Vielleicht ist der Geruch von Schweinsbraten leichter zu ertragen als der Geruch einer fremden Küche. Mietrecht ist Mieterschutzrecht. Deswegen wird man einen Mieter in Deutschland nicht leicht wieder los. Ein Vermieter sehnt sich nach einem Mieter, dem er die Regeln des sozialverträglichen Zusammenlebens nicht mühsam vermitteln muss. Kinderwägen und Spielzeug in Hausfluren, das Hängenlassen der Wäsche im Trockenraum, das Schreien vom Balkon auf die Straße und ein Lebensrhythmus, der die Nacht zum Tag macht, sind nicht einfach zu ertragen.

Ich habe entzückende Freunde aus der Türkei und aus Syrien. Es sind gewachsene Freundschaften. Ich konnte diese Menschen als Bekannte ausprobieren und später als Freunde annehmen. Bei einer Mietwohnung geht das nicht. Einmal Mieter, immer Mieter. Ein Vermieter kann nicht ausprobieren. Wer versteht die Vermieter? Oft sind die Gebäude finanziert. Vermieten heißt „etwas riskieren“. Ich möchte einen Deutschen sehen, der als Mieter abgelehnt wurde, weil es in der Anzeige hieß: „Vermietung nur an Ausländer“. Die Klage des Herrn Dipama ist genau der Grund für hintergründigen Rassismus. Ich kann nicht sagen: „Herr Dipama: Ich will nicht an Sie vermieten. Im nächsten Jahr kommt vielleicht ihre Schwester aus Afrika. Sie zieht bei Ihnen ein und dann sind noch drei weitere Personen in der Wohnung. Davor habe ich Angst. Verstehen Sie das?“.

Dominik Brunkow

Rosenheim

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