Verkehrspolitik: Tirol als Vorbild oder Buhmann?

Die Tiroler Blockabfertigung sorgt auf der bayerischen Seite der Grenze immer wieder für lange Staus. dpa
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Die Tiroler Blockabfertigung sorgt auf der bayerischen Seite der Grenze immer wieder für lange Staus. dpa

Zu „Den Tirolern mit gleicher Münze heimzahlen“ (Leserbriefe):

„…Willkür der Tiroler, erhöhter Schadstoffausstoß im Inntal…“ mit diesen Schlagworten wird immer wieder gegen die Tiroler Nachbarn zum Thema Lkw-Blockabfertigung gewettert. Sicherlich sind die daraus entstehenden Umstände nicht erfreulich, jedoch muss man die aktuelle Situation bedenken. Seit Jahren wälzt sich eine Blechlawine durch das gesamte Inntal. Dazu kam die österreichische Mautpflicht ab der Grenze und die daraus folgenden Mautflüchtlinge. Auf der anderen Seite produzieren die deutschen Grenzkontrollen jedes Wochenende kilometerlange Staus weit nach Tirol hinein. Der Ausweichverkehr auf beiden Seiten durch die Ortschaften ist unerträglich und belastet mit Staus, Lärm und Schadstoffen die heimische Bevölkerung. Besonders an den Winterwochenenden entstehen Staus, die bis in die Abendstunden hinein dauern. Doch endlich, Tirol handelt und hebt die Mautpflicht bis Kufstein Süd auf. Und? … man spürt es. In Kiefersfelden kann man am Samstagmorgen wieder ohne dichten Verkehr und Stau zum Bäcker fahren. Was bleibt sind die Staus auf der Tiroler Seite. Den Tirolern reicht’s – verständlich! Vielleicht ist die Lkw-Blockabfertigung als Revanchespiel der Tiroler gedacht, aber zumindest hat die Tiroler Landesregierung die unhaltbare Verkehrssituation erkannt und handelt zum Wohle ihrer Bevölkerung. Und wir in Bayern? Wir sollten die Tiroler Entschlossenheit als Chance nutzen. Durch die Lkw-Blockaden wird das Thema regelmäßig in der Gesellschaft und Politik sichtbar gemacht. Sie erhöhen den Druck auf die Politik, neue Verkehrskonzepte zu etablieren und kurzfristige Maßnahmen einzuleiten. Anscheinend braucht unsere Politik diesen Druck, denn den Anschluss an den Brennerbasistunnel haben wir ja eh schon verschlafen.

Margit Dietz

Kiefersfelden

Die Ausführungen der Leserbriefschreiber kann ich nur nachhaltig unterstützen. Es ist höchste Zeit, dass wir uns gegen die Willkür unserer Nachbarn wehren. Diese Selbstherrlichkeit ist mir schon lange ein Dorn im Auge und ich hoffe, dass da bald ein Riegel vorgeschoben wird.

Karl Wittmann

Schechen

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