Verhetzende Reden

Zur Berichterstattung über den Anschlag in Hanau (Politikteil):

Eine Partei, deren Wesenskern darin besteht, gegen Muslime und Migranten zu hetzen, muss sich den Vorwurf gefallen lassen, Stichwortgeber für Täter, wie in Halle und Hanau, zu sein. Ohne das Trommelfeuer an Verunglimpfungen und Geschmacklosigkeiten aus der AfD gegenüber diesen Bevölkerungsgruppen sind solche Taten nicht denkbar.

Eusebius Kögel

Niedertaufkirchen

Bundespräsident in Hanau hat beim Gedenken der Terroropfer klare Worte gegen den sich einschleichenden Hass und Radikalisierung in unserer Gesellschaft ausgesprochen. Nach meinem Ermessen sind Neid und Unzufriedenheit die ersten Stufen dazu, wo schamlose Bürger ersuchen, sich Gehör zu verschaffen. Die Medien und Stammtisch-Gespräche sind da eine willkommene Möglichkeit, die Wahrheit geschickt zu verdrehen und in Form einer Hassbotschaft unters Volk zu bringen. Ich bin oft tiefst enttäuscht, wie leichtsinnig auf der Straße solchen Gesprächen gedankenlos zugestimmt wird. Ich habe noch die Zeit erlebt, in der Deutschland hoffnungslos nach dem Krieg zerbombt in Trümmern lag,. Trotz der Hunderttausenden von Flüchtlingen, Heimatvertriebenen und Kriegsversehrten ging der Wiederaufbau schnell voran. Das war nur durch den Fleiß und Zufriedenheit des Volkes möglich. Wie das alles geschafft war, haben sich Neid und Hass eingeschlichen und verschiedene Gruppen wollten durch verbrecherische Erpressungen ohne Arbeit am Erlös teilhaben. Bedauerlicherweise hat sich dieses Gedankengut heimlich durch laufende Hetzpropaganda eingeschlichen. Verwerflicherweise hat es jetzt nach der Wiedervereinigung, nach der das ganze Volk Enormes für den Aufbau geleistet hat, einen Nährboden gefunden, was für einen demokratischen und freiheitsliebenden Menschen unverständlich ist. Ich habe die Bilder von 1989 noch gut im Sinn, wie sie beim Mauerfall die Freiheit bejubelt haben und jetzt läuft ein Teil der Bürger hüben und drüben gedankenlos diesen rassistischen Strömungen nach. Da, glaube ich, ist der Spruch nicht fehl am Platz, den unsere Ahnen schon verwendet haben: „Es ist nichts schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen.“

Josef Fenninger sen.

Weibhausen

Kommentare