Vergessene Wörter

Zum Artikel „Die (fast) vergessenen Wörter unserer Leser“ im Blickpunkt:

Den Artikel über die aus der Mode gekommenen Wörter habe ich mit Vergnügen gelesen. Leider sind dabei besonders die aus dem Französischen entlehnten Begriffe aus dem früheren, alltäglichen Sprachgebrauch zu kurz gekommen. Diese hatten in der napoleonischen Zeit infolge der damaligen geschichtlichen Beziehungen von Bayern zu Frankreich ihre Aufnahme in den bayerischen Wortschatz gefunden.

Nachfolgend zähle ich dazu einige Begriffe auf: Plafond für Zimmerdecke; Canape für Sofa; Ottomane für kleines Sofa; Plumeau für Federbett; Chaiselongue für Sofa, langer Sessel; Portemonnaie für Geldbörse; Trottoir für Fußweg, Bürgersteig; Gendarme für Polizist; Pissoir – wo jeder Mann bei Bedarf hingeht; Volant für Lenkrad am Kfz, Stoffbesatz, Sonnendachstoff. Technischer Begriff: Rechenschieber – kein Mann, der einen Rechen schiebt, sondern damit haben Ingenieure und Techniker auf nur zwei bis drei Stellen genau rechnen können und sie haben trotzdem noch ohne Taschenrechner und PC für die hohe technische Entwicklung beigetragen. Und nun lustige bayerische Begriffe (phonetisch geschrieben): Guatzl, Leckal für eine Süßigkeit; Diridari für Geld; Larifari für ein sehr lockerer Bursche oder auch Hamperer; Duid aff, ein Dauergast auf dem Volksfest; Putzdaifi für eine putzwütige Frau; Hundskrüppe, ein übler Lausbub; Bazi odrada, ein durchtriebener Bursche oder auch Haderlump; Spirifankerl für Teufel; Spinatwachtel für dubioses Weib; Kaibimillikibigummidizldichtung“ (eine Zungenübung), übersetzt Kälber-Milchkübel-Gummischnuller-Dichtung. Ich hoffe, dass Sie diese Aufzählung alter bayerischer Alltagswörter im Rahmen der Sprachkulturpflege fortsetzen.

Gerd Höglinger Rosenheim

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