Verdiente Sieger

Zum Kommentar „Botschaft an die ganze Welt“ von Hanna Raif (Sportteil):

Frau Raif scheint sich darin zu gefallen, ihre Vorurteile endlich aufschreiben zu dürfen. Sie kritisiert die Weltfußballerwahl als politisch durchdrungen, weil eigentlich nur Messi und Ronaldo gewinnen und feiert Robert Lewandowski als denjenigen, der dieses Politikum ad acta legt.

Fragezeichen wirft auf, warum sie zur Wahl Luka Modric zum Weltfußballer 2018 schreibt, er habe nur „Glück“ gehabt, während mit Lewandowski endlich wieder der Beste gewonnen habe. Modric führte Kroa tien 2018 ins WM-Finale und gewann die Champions League – war er nicht der Beste? Modric 2018 zeigt, dass nicht der Populärste, sondern der Beste gewinnt, dies würde jedoch Frau Raifs Narrativ ad acta legen, wonach es Lewandowskis Wunder-Saison brauchte, um’s der „aufgeblasenen Fußballwelt“ (Raif) zu zeigen. Lewandowski erzielte 57 Tore in der letzten Saison, Ronaldo hatte fünf Saisons, in denen er über 60 Tore erzielte, gewann fünfmal die Champions League, wurde Europameister. Da waren natürlich alle Auszeichnungen unverdient.

Sie kritisiert weiter, dass bei einer Weltfußballerwahl „traditionell die ganze Welt gefragt wird“. Der Weltfußballer wird gewählt, und Fußballspieler und -trainer aus aller Welt haben eine Stimme? Skandalös! Es gibt einen einfachen Grund, warum Messi und Ronaldo so oft gewonnen haben: Sie sind seit fast 15 Jahren mit Abstand die besten Spieler. Sie spielen beinahe jedes Jahr eine Saison wie Lewandowski 2020. Wenn also Lewandowskis Sieg verdient ist, dann sind es wohl die vielen Siege Messis und Ronaldos auch.

Hans Anschunser

Babensham

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