Ein Verdienstorden für Sebastian Frankenberger!

Zum Thema „Zehn Jahre Rauchverbot“ und dem Leserbrief von Werner Obermeier:

Herr Obermeier wirft den Redakteuren bei den Berichten über das Thema „10 Jahre Rauchverbot“ schlechte Grundlagenkenntnisse und Recherche vor. Da sollte er es doch selbst besser machen: Er behauptet zunächst, dass von zehn Millionen (wahlberechtigten?) Bayern nur rund 30 Prozent, also drei Millionen, beim Volksentscheid abgestimmt hätten. Bei 61 Prozent Befürwortern des Rauchverbotes seien dies 1,83 Millionen Bayern, also 10,83 aller (wahlberechtigten?) Bayern. Es sind aber tatsächlich 18,3 Prozent. Meiner Rechnung nach hätten dann 1,17 Millionen gegen das Rauchverbot gestimmt. Herr Obermeier addiert jetzt deren Zahl zu den sieben Millionen Nichtwählern und erklärt, dass eben die 10,83 Prozent Rauchgegner 8,3 Millionen Bayern fremdbestimmt hätten. Abgesehen davon, dass es nur 8,17 Millionen Bayern wären, ist es eine ungeheure Anmaßung, alle Nichtwähler einfach vollständig einem Lager, nämlich dem eigenen zuzuschlagen. Zudem sollten sich Nichtwähler über ein ihnen nicht genehmes Abstimmungsergebnis auch nicht nachträglich aufregen, wenn ihnen das Thema nicht wichtig genug war, ihr Wahlrecht wahrzunehmen.

Herr Obermeier spricht zudem von 30 Prozent Wahlbeteiligung, in Wirklichkeit waren es 37,7 Prozent (ca. 3,53 Millionen Wähler). Die Zahl der wahlberechtigten Bayern betrug etwa 9,4 Millionen. Deshalb haben auch nicht 1,83 Millionen Bayern für das Rauchverbot gestimmt, sondern 2,15 Millionen und knapp 1,38 Millionen dagegen. Offensichtlich hat Herr Obermeier Schwierigkeiten, ein demokratisches Abstimmungsergebnis, das vor allem positive Folgen hatte, sogar zehn Jahre später anzuerkennen.

Bernward Schmidt

Prutting

Herr Obermeier moniert, dass nur 30 Prozent der Wahlberechtigten an die Urne gingen und damit 70 Prozent der stimmberechtigten Bürger mehr oder weniger von einer Minderheit bevormundet wurden und werden. Hier muss ich widersprechen. Die 70 Prozent hatten offensichtlich zum Thema Rauchverbot in Gaststätten keine zwingende Meinung, sie waren von diesem Thema nicht tangiert. Ist auch verständlich, wenn jemand ein Thema nicht betrifft und es nicht interessiert. Diesen Nichtwählern war es egal wie das Endergebnis lautet. Folglich haben 61 Prozent der interessierten und betroffenen Personen mit „Ja“ fürs Rauchverbot und 39 Prozent dagegen gestimmt. Demokratischer geht es nicht. Sie äußern sich über eine angeblich „absurde Regelung“. Das kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Meiner Meinung nach sollte der Hauptinitiator Frankenberger mit dem Bayrischen Verdienstorden ausgezeichnet werden. Absurd und abartig war und ist das Verhalten einiger Personen, die Sebastian Frankenberger Lokalverbote erteilt haben beziehungsweise Morddrohungen ausgesprochen haben. Seit zehn Jahren dürfen sich die meisten Besucher von Gaststätten über eine qualmfreie Luft beim Essen und/oder Ratschen freuen.

Hans Thaller

Stephanskirchen

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