Verbrechen nicht verniedlichen

Zum Bericht "Gollwitzers Verbundenheit mit dem Nationalsozialismus" und zum Kommentar "Unverdiente Ehre" im Lokalteil:

Hans Gollwitzer, geboren im Jahre 1896, war von 1937 bis 1966 mit einer siebenjährigen durch die Bezwinger des Nationalsozialismus erwirkten Pause Mühldorfs Bürgermeister und als agitierender strenger Nazi bis 1945 für die entwürdigende und lebenszerstörende unmenschliche Behandlung vieler seiner Mitmenschen durch das NS-Regime verantwortlich. Elke Egger und Günther Egger vom Verein "Geschichtswerkstatt Mühldorf e.V." haben in ihrem 2001 im Rhombos Verlag, Berlin, erschienenen Buch "Der Landkreis Mühldorf am Inn im Nationalsozialismus" über Gollwitzer als nationalsozialistischem Pfarrer und Bürgermeister Mühldorfs berichtet.

Herrn Haserers Kommentar über den einst und immer noch gepflegten Umgang mit dem grässlichsten Abschnitt deutscher Geschichte und seine Darstellung der von Daniel Hilgert verfassten und im neuen "Mühlrad" veröffentlichten Auseinandersetzung mit Gollwitzers Pfarrer- und Bürgermeistertätigkeit und immer noch währender Ehrenbürgerwürde reißen unser Gewissen aus verniedlichenden Gutmenschenträumen. Als deutsche Bürger wollen wir nicht mehr nur vor KZ-Gebäuden, über Gedenkpflasterungen oder bei Gedenktagen um die Opfer von Verbrechen durch Menschen mit nationalsozialistischer Einstellung trauern, sondern auch als Landkreisbürger die Ächtung der Ehrung von Menschen mit faschistischer Gesinnung erfahren.

Frau und Herrn Egger, Herrn Haserer, Herrn Hilgert und den Herausgebern des "Mühlrad" und den Redaktionen der Tageszeitungen des OVB danken wir.

Franz Homölle

Waldkraiburg

Hermann Hahn

Kraiburg

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