Verbesserung des Busverkehrs ist dringend

Zum Leserbrief von Gerhard Reiter: „Keine ausreichende Einbindung“:

Manche Kritikpunkte, die Gerhard Reiter anführt, sind nachvollziehbar. Aber einige andere können nicht unwidersprochen bleiben. Da ist von „unkalkulierbaren Kosten“ für die Umsetzung des Nahverkehrsplans für Stadt und Landkreis Rosenheim die Rede. Wenn man sich klarmacht, dass die veranschlagten Kosten für den Landkreis bei 2,1 Millionen Euro und damit bei nur rund 0,6 Prozent des gesamten Haushalts liegen, drängt sich eher die Frage auf, warum unseren Kommunalpolitikern die Mobilitätsbedürfnisse ihrer Bürger so wenig wert sind. Außerdem führt die Diskussion um „Geisterbusse“ in die falsche Richtung. Die DB hat in der Vergangenheit etliche Strecken sukzessive kaputt gespart, weil sie keine Geisterzüge fahren wollte. Erst als sie vertakteten Verkehr – auch am Wochenende und in den Abendstunden – anbot und dabei in Kauf nahm, dass ab und zu ein Geisterzug fuhr, saßen plötzlich wieder Leute in den Bahnen. Diese Erkenntnis lässt sich sicher auf Busverkehre übertragen. Attraktiv wird der Busverkehr zudem erst dann, wenn es gelingt, aus den 60 oft nicht aufeinander abgestimmten Einzellinien ein Netz zu formen. Die EU-Ausschreibungsrichtlinien könnten bei der Verbesserung des Angebots tatsächlich ein Problem sein. Und ein mittelständischer regionaler Busunternehmer, der seinen Fahrgästen in die Augen schauen muss, wird immer bessere Leistungen bringen als eine anonyme AG, der die Verhältnisse vor Ort wurscht sind. Aber wie man hört, ist es auch andernorts gelungen, den Nahverkehr unter Einbeziehung lokaler Anbieter neu zu organisieren.

Bernhard Edlmann

Raubling

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