US-Wahl: Wem hätte die Manipulation am Ende genützt?

Zum Leserbrief von Franz Smeets zum Thema „Briefwahl US-Wahlen“:

Herr Smeets erwähnt zurecht, dass es im Vorfeld der US-Wahlen in New York zu einem peinlichen Vorfall kam, als etwa 100 000 Briefwahlunterlagen falsch verschickt wurden. Da auch im Bereich der Vorwahlen nicht alles reibungslos in New York lief, stellt er – wohl im Trump’schen Sinne – die rhetorische Frage, ob diese Vorfälle System hätten. Wenn dies so wäre, gäbe es aber noch eine andere Frage: Cui bono? Herr Smeets hat nämlich nicht erwähnt, dass die rund 100 000 an falsche Adressen verschickten Briefwahlunterlagen alle ungültig gewesen wären, da die Namen auf den Rückumschlägen nicht mit den Unterschriften auf den Wahlzetteln übereingestimmt hätten.

Nun ist aber New York eine demokratische Hochburg, der Stimmenanteil zum Beispiel im New York County für Biden betrug sagenhafte 84,5 Prozent. Briefwahl wird traditionell auch deutlich mehr von den demokratischen Wählern genutzt, zumal Biden coronabedingt seine Wähler zur Briefwahl aufgefordert hatte. Man kann sich also lebhaft vorstellen, wie bescheiden der republikanische Anteil an diesen 100 000 Briefwahlstimmen gewesen wäre. Insofern wäre es von den Demokraten mehr als dämlich, in dieser Form systematisch zu betrügen und sich so selbst heftig zu schaden.

Zudem hat nicht nur die Briefwahl ihre Tücken: Wie die Nachzählung in Georgia ergab, wurden dort Stimmzettel bei der Erstauszählung vergessen. Die führenden Amtsträger in Georgia sind Republikaner. Von systematischem Betrug zu sprechen, verbietet sich aber allein schon wegen der Tatsache, dass die Mehrzahl der vergessenen Stimmen republikanisch war. Wenn man schon (indirekt) eine Verschwörungstheorie äußert, sollte sie also wenigstens ansatzweise sinnvoll sein.

Bernward Schmidt

Prutting

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