Unterschied zwischen Eid und Gelöbnis

Zum Leserbrief von Toni Huber „Eid auf Tapferkeit nicht leistbar“:

Es ist befremdlich, dass ein ehemaliger Wehrpflichtiger nicht den Unterschied zwischen Eid und Gelöbnis kennt. Der von Herrn Huber herangezogene Paragraf 9 des Soldatengesetzes unterscheidet sehr klar zwischen dem „Eid“, den Berufs- und Zeitsoldaten zu leisten haben, und dem „feierlichen Gelöbnis“ für Wehrpflichtige. Da Herr Huber nach eigener Aussage Wehrpflichtiger war, kann er als solcher nicht „vereidigt“ worden sein.

Die Verpflichtung des Soldaten, „Recht und Freiheit des deutschen Volkes“ tapfer zu verteidigen, ist der für einen Soldaten typische Auftrag, der ihn fundamental von anderen Staatsdienern unterscheidet. Die geforderte Tapferkeit schließt für den einzelnen Soldaten die Abwägung von Risiken für Leib und Leben aus, wenn es sich um die Erfüllung eines bestimmten Auftrags handelt.

Wie sollen Streitkräfte sonst funktionieren? Von einem Berufs- oder Zeitsoldaten wird erwartet, dass er sich mit dieser Frage ausei nandergesetzt hat, bevor er sich für diesen Beruf entschied.

Die Forderung an die Bundesregierung, nachzudenken, was den Bürgern zugemutet wird, erübrigt sich. Die Väter des Soldatengesetzes hatten sich diese Gedanken schon gemacht. Das Soldatengesetz für unsere Bundeswehr ist zeitgemäß und auf den Rechtsstaat zugeschnitten.

Es wurde vom „Wehrmachtsballast“ befreit und berücksichtigt in wohl überlegten Formulierungen die Grundsätze der „inneren Führung“ als Richtlinie für zeitgemäße Menschenführung in den Streitkräften.

Als kleines Beispiel mag der Paragraf 11 (Gehorsam) dienen. Explizit wird hier ausgedrückt, wann Ungehorsam nicht vorliegt und wann ein Befehl nicht befolgt werden darf.

Wolf Kutzbach

Grassau

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