Untauglicher Vorschlag für Wiesn

Zum Bericht „Starkbierfest Fall für die Justiz“ (Regionalteil):

Zweifellos wird der finanzielle Schaden für Wiesn wirte, Schausteller und Budenbetreiber bis hin zur Toilettendame erheblich sein. Dies gilt insbesondere für diejenigen, welche normalerweise von Volksfest zu Volksfest ziehen und diese ja alle abgesagt sind. Dass der AfD-Landtagsabgeordnete Andreas Winhart mitten in der Pandemie die Absage als unverhältnismäßig kritisiert, ist schon befremdend. Bei seinen Worten „Hier wäre gegebenenfalls ein Mittelweg mit höheren Hygieneauflagen und weiteren Tischabständen erstrebenswert gewesen“ muss man zwangsläufig vermuten, dass Herr Winhart noch nie auf unserem Herbstfest war. Dort, wo es Sitzplätze gibt, mögen solche Ideen vielleicht noch zum Teil umsetzbar sein. Aber kennt Herr Winhart nicht das allabendliche Gedränge vor und in den Toiletten? Kennt er nicht die Schlangen an den Kassen und beim Einstieg der Fahrgeschäfte oder die Menschentrauben vor dem Glückshafen? War er noch nie an den Wochenenden oder am Feuerwerk-Donnerstag auf unserer Wiesn, wo von einem gemütlichen Wiesn rundgang überhaupt nicht mehr die Rede sein kann? Da wird man nur noch eng an eng im Pulk durch die überfüllten Gassen geschoben. Ich erwarte von einem Politiker, egal welcher Partei, dass er erst alles bedenkt, bevor er sich äußert. Aber da wird man gerade in Krisenzeiten vielfach enttäuscht.

Johann Pelzl

Rosenheim

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