Universalgenies

Zur Diskussion um Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (Berichte im politischen Teil):

Frau Aigner kommt zurück nach Bayern. Unbeschreiblicher Jubel in der CSU. Eigentlich ist sie ja in Berlin eher damit aufgefallen, dass man bei wichtigen Themen nichts von ihr gehört hat. Aber für Bayern glangt's scho. Und Minister sind sowieso Universalgenies, die können einfach alles. Und dann ist sie eine gute Freundin der Kanzlerin, hinter deren Entscheidungen sie unerschütterlich steht.

Der Jubel in Berlin muss nicht minder unbeschreiblich gewesen sein. Endlich eine Freundin in Bayern, die nicht gleich die Gegenwindmaschine anschmeißt, wenn wieder einmal eine "alternativlose" Idee durchgepeitscht werden soll - wenn möglich, am freitags eh nicht besetzten Bundestag vorbei und vor allem vorbei am Wahlvolk. Das hat, wie jeder Politiker weiß, ein sehr kurzes Gedächtnis. Da wird dann auch vergessen, wie Herr Seehofer seine "roten Linien" zog, um tags darauf "voll hinter der Kanzlerin zu stehen". Und schon wird aus dem bayerischen Löwen wieder ein launisches Katerchen.

Jetzt allerdings kommen auf die Regierung in Berlin paradiesische Zeiten zu, "Angie" muss zu Tränen gerührt gewesen sein ob des Opfers, das Frau Aigner da bringt. Wann dürfen wir die Rückkehr von Herrn Ramsauer bejubeln? Scharnagl hat recht: Bayern könnte es auch allein! Und Herr Pechlaner hatte einmal den Traum eines freien Bayernstaates mit Peter Gauweiler als Ministerpräsidenten. Ja, Herr Pechlaner, träumen werden wir noch dürfen. Aber da aignert sich die Frau Aigner als Ministerpräsidentin halt auch nicht, oder?

Gisela Terla-Kolbeck

Amerang

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