Ungesunde Gier nach Fleisch und Milch

Zum Bericht "Bauern wollen Ehrenkodex für Tierhaltung" im Bayernteil:

Das abgebildete Plakat, vor dem Bauernpräsident Sonnleitner und sein Nachfolger Rukwied posieren, soll wohl suggerieren, dass es sich bei dem geplanten "Ehrenkodex" für Tierhaltung um ein "Wellnessangebot" für Nutztiere handelt. Sonst passt doch alles. Ein blanker Zynismus angesichts des erbärmlichen Elends, das die überwiegende Mehrheit der nur nach ökonomischen Kriterien gehaltenen und als Produktionsmittel missbrauchten und ausgebeuteten Tiere ertragen müssen. Ein anständiges, artgerechtes, faires Leben vor der Tötung - das müssten wir den Tieren doch als "Mindestlohn" zubilligen, die Jahr für Jahr millionenfach ihr Leben lassen für unsere fragwürdigen Ernährungsgewohnheiten - der unersättlichen und nachweislich ungesunden Gier nach Fleisch und tausenderlei Milchprodukten. Immer mehr Menschen fordern einen Richtungswechsel, viele stellen schon das Töten der Tiere grundsätzlich in Frage und reduzieren den Konsum tierischer Erzeugnisse bis hin zur veganen Lebensweise. Mögen Verantwortungsgefühl, Respekt und Mitgefühl für die unserer Obhut anvertrauten Mitgeschöpfe in allen Menschen wachsen, dann erübrigt sich das Thema Tierschutz und der Versuch, das Image der Tierhalter aufzupolieren.

Ulrike Bielmeier

Aschau

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