Undemokratische Klüngelei

Zu „Kardinal Marx: Kein „weiter so“ nach der Krise“ (Bayernteil):

Kardinal Marx lässt konkrete Verbesserungsvorschläge vermissen. Ich springe mit Beispielen ein: Es fehlt nicht nur an der Gleichberechtigung, sondern, und vor allem, an einer realisierten Gleichstellung von Frauen in Politik und Wirtschaft, auch in der katholischen Kirche. Diese wird uns mit ihrem überholten, absurden Weihesyndrom ohnehin nicht mehr lange im Weg stehen können und wollen. Das wird eine weitgehende Verbesserung aller sozialen Verhältnisse bringen.

Weiteres Beispiel: Ein kürzlicher kritischer Fernsehbericht zeigte auf, wie zahlenmäßig die Beteiligung von Burschenschaftsmitgliedern an Führungsämtern in allen Lebensbereichen ist und welche verklemmten Regeln und Ansichten hier vorherrschen. Mein Vorschlag, um die Missstände zu ändern – vorbehaltlich eventuell erforderlicher gesetzlicher Änderungen oder Ergänzungen im Namensrecht: Jedes Mitglied, auch jeder neue Burschenschafter oder Senior, muss seinem Namen eine Abkürzung beifügen, die diese seine Verbindung erkennen lässt.

Es wird zwar behauptet, dass die Burschenschaften politisch neutral seien. Sicher gibt es verschiedene Arten davon und Haltungen im Einzelnen. Andererseits ist offensichtlich, dass die Burschenschaften durch ihre Spitzenpositionen in wohl allen sozialen Bereichen, großen Einfluss haben.

Sie müssten deshalb ihre Mitgliedschaft nach demokratischen Grundsätzen offen legen. Der jetzige Zustand ist schlimmer als jeder politische Lobbyismus. Die politischen Parteien geben ihre politischen Ziele in ihrem Parteiprogramm und ihre zur Wahl gestellten Abgeordneten ja auch bekannt.

Dori Waltz

Oberaudorf

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