ANMERKUNGDER REDAKTION

Überzogene Aktion der Staatsmacht

Kritiker der aktuellen Corona-Beschränkungen – hier bei einer Demonstration im Rosenheimer Mangfallpark – fühlen sich in eine falsche Ecke gedrängt.
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Kritiker der aktuellen Corona-Beschränkungen – hier bei einer Demonstration im Rosenheimer Mangfallpark – fühlen sich in eine falsche Ecke gedrängt.

Zum Bericht „Hausdurchsuchung bei Haager Corona-Skeptiker“ (Regionalteil):

Ihren Artikel über die gewaltsame Hausdurchsuchung bei einem Haager Bürger empfinde ich als massive Diskreditierung seiner Person. Der genannte Mann könnte einem großen Teil der Bevölkerung im Umkreis bekannt sein. Sein Ruf ist in der umliegenden Bevölkerung damit angeschlagen. Gleichzeitig wurde eine ganze Bewegung, die sich „Für Frieden und Freiheit“ nennt und nicht unter „Corona-Skeptiker“-Demo in der Öffentlichkeit auftritt, in Misskredit gebracht. In einem demokratischen Staat wünsche ich mir seitens der Medien einen respektvolleren Umgang. Wie würden Sie sich fühlen, wenn wegen eines bloßen Verdachts Ihre Türe aufgebrochen wird und Sie am nächsten Tag in der Zeitung erscheinen? Wegen einer bloßen Verdächtigung, ein gegebenenfalls nicht einwandfreies Attest vorgezeigt zu haben, diesem Menschen gewaltsam die Türe aufzubrechen, erscheint mir höchst unverhältnismäßig. Darüber derart zu berichten stimmt mich sehr traurig. In der Schule hatten wir „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ von Heinrich Böll zu bearbeiten. Ich hätte nie gedacht, dass ich den Inhalt in meinem fortgeschrittenen Alter so erleben sollte. Worte können Menschen persönlich ruinieren. Das wollte uns Heinrich Böll und mein damaliger Deutschlehrer vor Augen führen. Bei Menschen, die den Artikel lesen, entsteht der Eindruck, dass es sich bei dem Anlass um eine hochgefährliche Angelegenheit handelte, die derartiges Einschreiten rechtfertige. Warum sollte die Polizei ja sonst gewaltsam eine Türe aufbrechen? Objektive Berichterstattung geht anders. Die Medien gelten in unserem demokratischen Staat als sogenannte vierte staatliche Gewalt und tragen die hohe Verantwortung, die Menschenwürde zu achten.

Christine Deckinger-Schiller

Tüßling

„Unrichtige Gesundheitszeugnisse“ benutzt? Ich kenne den Herrn aus Haag persönlich, der Mann ruft auf zum Dialog, wohl nichts Verwerfliches. Ihm wurde „auf Verdacht“ hin in der Früh um 6.15 Uhr die Tür zerstört. Gleichzeitig wissen sämtliche Einsatzkräfte durch unzählige Veranstaltungen, die dieser Herr in friedlichem Dialog durchführte, dass er beidseitig Hörgeräte trägt. An ihm wurde ein Exempel statuiert, sein Engagement soll gebrochen werden. Solche Maßnahmen, egal wie man zur momentanen Pandemie-Situation steht, sind eines Rechtsstaats unwürdig. Dieser Einsatz ist nicht mehr gerechtfertigt.

Jürgen Straßer

Mühldorf

Ja, soweit sind wir also, dass die Polizei um 6.15 Uhr in der Früh die Tür eines Bürgers aufbricht, um eine Hausdurchsuchung mit Sicherstellung von Beweismaterial (was heißt, seine „neuartigen Rundfunkempfangsgeräte“ als Kommunikations- und Arbeitsmittel für mehrere Monate zu beschlagnahmen) durchzuführen. Und das, weil jemand den Verdacht hegt, dass die Person „unrichtige Gesundheitszeugnisse“ verwendet haben könnte. Sowohl durch die Identifizierung als Demo-Veranstalter als auch durch diese Aktion wird der Anschein erweckt, es handle sich bei der Kritik an Corona-Maßnahmen geradezu um Terrorismus. Dass dies gegen einen Arzt geschieht, dem einfach unterstellt wird, die erforderliche Untersuchung nicht vorgenommen zu haben, unterstreicht die Willkür und Absurdität der Maßnahme. Mir ist nicht bekannt, dass die Strafprozessordnung diese Maßnahme „hergibt“. Sie scheint mir zudem weder geeignet, noch erforderlich oder verhältnismäßig und allein dadurch unzulässig. Sie scheint ebenso politisch motiviert zu sein wie der „Rausschmiss“ von Christoph Lütge aus dem bayerischen Ethikrat, der seine Aufgabe zur kritischen Beratung der Regierung ernst, wissens- und gewissensgemäß ausführte. Weil der Staat auch nach einem Jahr der Pandemie nicht in der Lage ist, seine – ihn überhaupt erst rechtfertigende – Verantwortung und Fürsorgepflicht für den Bürger zu erfüllen, wird er dem Souverän gegenüber in höchstem Masse übergriffig. Da bis heute selbst die sachliche Basis fehlt, zwischen an und mit Corona Verstorbenen zu unterscheiden, wird offenbar, dass die Infragestellung der Maßnahmen nicht fachlich beantwortet wird, sondern als Angriff auf das „Corona-Dogma“. Benötigt aber nicht eine gesunde Gesellschaft und jedes ihrer Individuen einen aufrichtigen Dialog ohne Ausgrenzungen und Drohungen?

Martin Sinzinger

Ampfing

Recht herzlichen Dank für die wunderbare kostenlose Werbung, die Sie der Kundgebung am Sonntag, 21. Februar, beim Badria mit ihren Artikeln schenken. Journalistisch einwandfrei, menschlich unverschämt, für die Demonstrationen und die Bewegung ein großer Gewinn, den Betroffenen so ins Rampenlicht zu stellen. Er reiht sich mittlerweile ein in die wachsende Zahl der von völlig übertriebenen Polizeimaßnahmen Betroffenen. Sicher ist, dass es das Gegenteil dessen bewirkt, was es offensichtlich soll. Die Corona-Skeptiker und Regierungskritiker werden täglich mehr, die Bewegung wird immer bunter und stärker, als die chaotischen Antifa-Aufmärsche es je sein werden. Vergelt’s Gott der Polizei, „Dein Freund und Helfer“, der Presse, den engagierten Corona-Gläubigen und vor allem unseren Politikern in Berlin und München. Ihr tragt täglich dazu bei, dass immer mehr Menschen den Fernseher aus und ihr Hirn einschalten.

Andreas Krause

Grafing

Ich kann mich glücklich schätzen, zu einer Zeit, als all dies schon einmal nur in anderer Verkleidung passierte, noch nicht geboren gewesen zu sein. Dass ich dennoch in eine Wiederholungsschleife gerate, hätte ich mir nie träumen lassen. Niemals hätte ich gedacht, dass ich jemals eine Geschichte, in diesem Fall Ihren Artikel, zu lesen bekäme, über einen Menschen, der ohne Maske einkaufen geht und unvorstellbare Folgen zu ertragen hat. Ich möchte mich weder über die komplett fehlende Verhältnismäßigkeit der juristischen und polizeilichen Handlungen, noch über schwerwiegende gesundheitliche Folgen des Maskentragens, noch über den mehr als fraglichen Virenschutz der Mund-Nasen-Bedeckungen äußern, denn jeder kann all diese Punkte recherchieren, wenn er denn nur endlich Verantwortung für sich und seines Gleichen und unser aller Heimatplaneten übernehmen wolle. Nein, der Finger wird ausgestreckt auf die, die den Kurz-vor-zwölf-Wecker hoch halten und den sehnlichsten Wunsch verspüren, eine dringende Veränderung zum Besseren einläuten zu wollen. Ich glaube daran, dass bei all diesen Nachrichten bei jedem der kurze Funke aufleuchtet, der mir sagt: Die Welt steht Kopf, wie konnte es soweit kommen, etwas stimmt hier nicht mehr. Der Wecker läutet... Ich stehe auf, denn jetzt ist weiterschlafen keine Option mehr!

Claudia Kefer

Mühldorf

Hier zeigt sich das wahre Gesicht unseres „Rechtsstaates“. Eine Hausdurchsuchung wegen des Verdachts des Gebrauchs „unrichtiger Gesundheitszeugnisse“ ist meines Erachtens nach unverhältnismäßig. Dabei noch morgens um 6.15 Uhr die Türe aufzubrechen, nur weil nicht geöffnet wird, ist schon ein starkes Stück unserer Exekutive. Das ist doch ein vorgeschobener Verdacht. Es geht doch darum, dass Kritiker unserer Regierung eingeschüchtert werden sollen. Das kennen wir doch von autokratischen Regierungen, auf die unsere Regierung doch immer so gerne mit dem Finger zeigt. Eine Hausdurchsuchung etwa bei Verkehrsminister Andreas Scheuer, der Hunderte Millionen Euro veruntreut hat, wäre sicherlich angemessen, ist aber nicht gewollt. So ist das eben in „unserer“ Bundesrepublik Deutschland. Eine Kritik an den OVB-Heimatzeitungen: Sie veröffentlichen einen Bericht, ohne das Opfer vorab zu interviewen, mit dem Hinweis, die Person sei nicht erreichbar gewesen. Wie soll jemand erreichbar sein, dem man eben sämtliche Computer, Mobiltelefone und Datenträger abgenommen hat? Da erwarte ich einen fairen Journalismus.

Christoph Lutz

Haag

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