Toller Beitrag zur Erinnerungskultur

Zum Bericht „Einfach von der Straße weggefangen – Polnische Zwangsarbeiter in Taufkirchen: Andreas Bialas bringt Licht ins Dunkel“ (Lokalteil):

„Einen nicht hoch genug einzuschätzenden Beitrag zur Erinnerungskultur über die Schreckensherrschaft des Nazi-Regimes, auch in unserer Region, hat Andreas Bialas bei seinen Recherchen über die Schicksale und Lebensumstände polnischer Zwangsarbeiter in Taufkirchen geleistet. OVB-Redakteur Hans Grundner hat es verstanden, in dem Beitrag sehr anschaulich die bedrückende Situation der polnischen Zwangsarbeiter auch in unserer Heimatre gion zu schildern, wobei auch die Ausschreitungen und Plünderungen nach Kriegsende nicht verschwiegen werden.

Ich kann mich noch gut an eine Literaturveranstaltung im Gasthaus Gallenbach im November 2013 mit dem sehr renommierten Autor Thomas Grasberger erinnern, wo doch zum Teil sehr kontrovers über die damaligen Ereignisse 1941 in Taufkirchen – Hinrichtung des Zwangsarbeiters Stefan Duda – diskutiert wurde. Man solle aufhören, sich ständig „selbst mit Dreck zu bewerfen“ und „Gras über die Sache wachsen lassen“, hieß es von einzelnen Veranstaltungsteilnehmern.

Umso mehr ist das Engagement der Gallensbacher Wirtsleute zu würdigen, als sie die Aufstellung einer Gedenkstele für Stefan Duda initiierten und trotz Widerständen auch realisierten. Ein beeindruckendes Symbol gelebter Völkerverständigung. Immer wieder sollte man sich im Sinne einer wertzuschätzenden Erinnerungskultur an die Worte von Max Mannheimer an die Jugend und Nachkriegsgenerationen zu Herzen nehmen: „Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschehen ist, aber sehr wohl für das, was heute geschieht“. An dieser Stelle bleibt Andreas Bialas für seine „Erinnerungsarbeit“ nur zu danken.

Gert Hilger

Waldkraiburg

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