Den Tirolern mit gleicher Münze heimzahlen

Zu den Berichten „Lkw-Dosierung an jedem Juli“ und „20 Kilometer Stau bis Bad Aibling“ (Regionalteil):

Das Land Tirol verhilft uns fast jedes Wochenende zur längsten Latrine Europas. Die in den Fahrerkabinen „gefangenen“ Fahrer haben weder Toiletten noch einen ruhigen Schlafplatz. Viele Fahrer sind gezwungen, am Fahrbandrand ihr Essen zuzubereiten. Eine rechtliche Grundlage hat das Land Tirol für seine Einschränkungen nicht. Die zuständige EU-Kommissarin hat dies diese Woche klar festgestellt. Mit einer geregelten Bahnverladung zwischen Bayern und Norditalien sind alle Spediteure (außer Österreich) bereit, die Ladungen auf die Bahn zu verladen. Es stehen genügend Optionen für diese Verlagerung bereit, aber nur wenn die Bahnstrecken entsprechend optimiert und ausgebaut sind. Wir reden hier von täglich annähernd 180 bis 200 zusätzlichen Containerzügen.

Günther Zweckstätter

Stephanskirchen

„Wir führen damit den Kampf gegen den Transitverkehr mit aller Konsequenz fort und stellen uns damit schützend vor die transitgeplagte Tiroler Bevölkerung“, so die Worte des Tiroler Landeschefs Günther Platter. Wann wacht die deutsche und bayerische Regierung auf und stellt sich schützend vor die Bürger des Inntals? Herr Platter nimmt bewusst in Kauf, dass durch die stehenden Lkw bis Bad Aibling, während des Dosierungsverkehrs, zusätzlich mehr Abgase in das schöne bayerische Inntal geblasen werden und somit die Luftverpestung auf bayerischer Seite wesentlich erhöht wird. Das schützende Inntal geht meines Erachtens von Innsbruck bis zum Inntaldreieck. Wieso schützt die deutsche und bayerische Regierung das bayerische Inntal nicht? Es wäre doch sinnvoll, während der österreichischen Dosierung für Tirol auch eine bayerische Dosierung für das schöne Inntal durchzuführen. Es würden sich dann auch die Lkw auf Tiroler Seite bis in die Gegend von Innsbruck stauen und die Luft zusätzlich verpesten. Es wird dann wahrscheinlich ein Umdenken vom Landeschef Günther Platter erfolgen und er würde die Dosierung abschaffen, wenn durch die bayerische/deutsche Dosierung sein schönes Tiroler Land noch mehr vergiftet wird. Fließender Verkehr hat weniger Abgase als stehender Verkehr. Wir Bayern oder Deutsche hätten uns nichts vorzuwerfen, denn wir dürfen doch auch unser Inntal schützen und angefangen mit der Dosierung haben ja die Österreicher.

Josef Heller sen.

Rosenheim

Dem grenzenlosen Egoismus unserer Tiroler Nachbarn bei den 35 Blockabfertigungen 2020 bräuchte man eigentlich nur den gleichen Egoismus auf deutscher Seite entgegenzusetzen: Bei jeder österreichischen Blockabfertigung machen wir auch eine ab der Kiefersfeldener Grenze in die andere Richtung. Zack… schon staut sich der Verkehr bis Innsbruck zurück. Und als egoistische Krönung würde ich dann noch alle Lkw mit Rosenheimer Kennzeichen durchwinken. Schau ma mal, wie der siebengescheite Landeshauptmann Platter das seinen Landsleuten erklärt. Wahrscheinlich klagt er dann wieder vor dem Europäischen Gerichtshof wegen Ungleichbehandlung wie bei der Maut.

Bernhard Kaiser

Rosenheim

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