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Tiroler Regierung wird so nicht getroffen

Die Blockabfertigungen an der Grenze zu Österreich führen immer wieder zu langen Staus im Inntal.
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Die Blockabfertigungen an der Grenze zu Österreich führen immer wieder zu langen Staus im Inntal.

Zu den Berichten über die Blockabfertigungen an der Grenze zu Tirol (Bayernteil):

In Bezug auf das leidige Thema der Lkw-Blockabfertigung ist der Fingerzeig auf Berlin und Brüssel allzu einfach. Bekanntlich waren es jahrelang bayerische Bundesverkehrsminister, welche die Planungen zum Nordzulauf des Brenner-Basistunnels vernachlässigt haben. Und es waren bayerische Lokalpolitiker, welche die Auseinandersetzung um konkrete Bahn-Trassenplanungen gescheut haben.

Auch heute noch könnte die bayerische Staatsregierung mehr tun – zum Beispiel Umschlagplätze für den Lkw-Huckepack-Verkehr auf der Schiene stärker fördern. Und die Zusage einer bayerischen Kofinanzierung bei Tunnel-Abschnitten des Basistunnel-Nordzulaufs auf bayerischem Gelände könnte Planungskonflikte entschärfen und den Tiroler Nachbarn verdeutlichen, dass die bayerische Seite lösungsorientiert arbeitet. Ungenutzte Handlungsoptionen gibt es also auch „da hoam“.

Michael Ton

Oberaudorf

Nun hat Bayern also die von Ministerpräsident Markus Söder angekündigte „Antwort auf die unfreundliche Haltung von Tirols Landeshauptmann Günther Platter“ gegeben. Unfreundlich sei die Blockabfertigung mit der Folge von Staus auf der Autobahn und „schlimmem Ausweichverkehr unter anderem im Inntal“.

Bei der Interessenabwägung zwischen von Lärm belasteten Bürgern der Anliegergemeinden im Inntal und den staugeplagten Lkw-Fahrern (sowie den Speditionen) wurde verständlicherweise zugunsten der Bürger entschieden. Nur: Mit dieser Durchfahrtssperre wird meiner Einschätzung nach kein einziger Lkw weniger die Brennerroute befahren und die gefährlichen Staus auf A8 und A93 nicht verhindert.

Die Aktion wird quasi als Gegenmaßnahme gegen die Blockabfertigung verkauft. Jedoch: Womit „trifft“ man hier die Tiroler Regierung? Die Auswirkungen des Grundübels „zu viel Lkw-Verkehr auf der Brennerroute“ bleiben erhalten. Über viele Jahre waren es die Tiroler, die unter Staus und Ausweichverkehr litten. Nun sind wir es. Warum wurde die Idee „rollende Landstraße“ so schnell beerdigt? Laut Minister Bernreiter seien die Voraussetzungen für das Projekt (verkaufsbereite Grundstückseigentümer, ein Bauherr, ein Betreiber und die Mitarbeit der Bahn) nicht gegeben. Landrat Lederer betrachtet die Idee als „ineffektives, teures und unproduktives System“. All dies hat Österreich und Italien offenbar nicht davon abgehalten, die RoLa zwischen Wörgl und Trento zu realisieren und im März 2021 das Angebot sogar noch zu verdoppeln. Fakt ist: Die Entlastung durch den Brennerbasistunnel (mit ebenfalls großem Flächenverbrauch) kommt viel zu spät. Und die Politik ist nicht bereit, über erhöhte Mautpreise und attraktivere Bahntransporte die Situation zu entschärfen. Hoffen wir auf Einsicht.

Manfred Schönhofer

Rosenheim

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