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Tiktok: Gehirne systematisch entleert

Zum Bericht „Der spielerische Tiktok-Tod einer Zehnjährigen“ (Weltspiegel):

Die Gehirne eines immer größeren Teils unserer Jugend sind, und werden immer mehr, systematisch entleert. Und von ihrer originären Aufgabe, ihre Träger halbwegs vernünftig und zu ihrem eigenen Vorteil durchs Leben zu führen, immer weiter entfernt.

Aber sie sind nicht tot. Im Gegenteil: Sie sind jung und sie sind frisch. Und daher hungrig nach jeder Art von Beschäftigung, die ihnen irgendwer vor die Füße wirft. Und sie fragen dabei auch nach keinerlei tieferem Sinn.

Diese Frage wird vonseiten der Macher systematisch ausgeblendet, weil sie äußerst kontraproduktiv wäre im Hinblick auf das Konsum-Soll, das die jungen Menschen auf ihrem Weg in die Fremdbestimmung unbedingt erfüllen müssen. Ja, sie wüssten zu großen Teilen vermutlich gar nicht mehr zu sagen, was das sein soll: ein tieferer Sinn. Oder nur fun? Ja. Heute fun, morgen fun und übermorgen fun. Gibt es darüber hinaus denn noch einen weiteren Sinn?

Sie können aber auch – infolge dieser digitalen, vorsätzlichen und hinterhältigen Sinnentleerung – keinen kausalen Zusammenhang mehr finden zwischen irgendeiner Art anstrengenderer Beschäftigung ihrer Gehirne und einem dafür zu erwartenden, höheren persönlichen „Lebenserfolg“. Weil auch dieser kausale Ur- Zusammenhang inzwischen weitgehend pervertiert wurde.

Sie leben. Und sie warten im Wesentlichen ab, was ihnen dabei vor die Füße fällt. Insbesondere, welchen neuen Digital-Müll eine weltumspannende – und inzwischen nahezu weltbeherrschende – Digitalindustrie in ihre Handys hinein entleert. Stoff genug, um ein ganzes junges Leben dauerhaft von jedem tieferen Lebenssinn zu entkoppeln.

Wo bleibt bei diesem Prozess die Menschenwürde, die eine Bringschuld der Welt-Oberen und von diesen vorzuhalten ist – und die nicht von den Unteren erkämpft werden kann.

Manfred Ebeling

Raubling

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