Thema ist völlig wurscht

Zum Artikel „Wann schafft die EU die Zeitumstellung endlich ab?

Welche Zeit bleibt?“ (Weltspiegel):

Jeden März und Oktober der gleiche Hype in den Medien: Wir müssen je eine Stunde Zeitverschiebung verkraften.

Ich verstehe die Aufregung nicht. Wenn es für unsere innere Uhr so schlecht ist, warum ist dann Schicht- oder Nachtarbeit erlaubt? Welche gesundheitlichen Schäden hinterlassen (Urlaubs-)Reisen in andere Zeitzonen, manchmal mehrmals im Jahr? Was sind dagegen eine Stunde vor und sieben Monate später eine Stunde zurück?

Ich habe zur europäischen Abstimmung zur Abschaffung der Zeitumstellung folgende Rechnung aufgestellt: Von 508,2 Millionen EU-Bürgern beteiligten sich 4,6 Millionen (0,91 Prozent). Von den 4,6 Millionen Teilnehmern waren 3,79 Prozent Deutsche (174 340). Das sind 0,21 Prozent der Deutschen. Es ist schon erstaunlich, wie schnell die Politik auf solch eine Minderheit reagiert hat.

Im Umkehrschluss heißt das: Der überwältigenden Mehrheit ist das Thema völlig wurscht. Mal sehen, ob und welche Änderung kommt, aber bedenkt: Es ist dann im Biergarten eine Stunde eher dunkel.

Sabine Urgibl

Haag

Kommentare