Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Tempolimit und Waschlappen als Lösung?

Kann ein Tempolimit dabei helfen, die Energieabhängigkeit von Russland zu reduzieren. In Deutschland wird noch diskutiert.
+
Kann ein Tempolimit dabei helfen, die Energieabhängigkeit von Russland zu reduzieren. In Deutschland wird noch diskutiert.

Zur Diskussion um ein befristetes Tempolimit (Berichte im Politikteil):

Wer bei der TempolimitDiskussion für Autobahnen die Zahl 70 Prozent ohne Tempolimit liest, weiß sofort, der Autor spielt falsch. Autobahn-Kilometer verbrauchen nämlich keinen Kraftstoff, sondern nur der Verkehr, der auf ihnen fließt. Wenn aber auf den 30 Prozent mit Tempolimit 60 Prozent der Verkehrsleistung ablaufen, auf den 70 Prozent ohne Limit nur 40 Prozent der Verkehrsleistung, ist die Wirkung auf den Kraftstoffverbrauch natürlich eine viel geringere, als die Zahl 70 Prozent suggeriert. Der Grund ist einleuchtend. Im Umfeld der Metropolen ist die Verkehrsbelastung ungleich höher wie auf dem flachen Land, und genau dort, im Umfeld der Metropolen, befinden sich schwerpunktmäßig auch heute schon die Tempolimits. Bei der Wirkung von Tempo 30 in Ortschaften reden sich die Autoren auf fehlende Zahlen hinaus. Auch das ist zum Teil falsch. Jedes Auto mit Verbrennungsmotor hat eine Minimalverbrauchsgeschwindigkeit, bei der das Auto den geringsten Kraftstoffverbrauch je 100 km hat. Im groben Durchschnitt liegt die bei etwa 70 km/h. Oberhalb und unterhalb dieser Geschwindigkeit steigt der Kraftstoffverbrauch an. Ein Auto, das mit 30 km/h fährt, hat definitiv einen höheren Verbrauch, CO2- und Schadstoff-Ausstoß als eines, das mit 50 km/h fährt. „Je drastischer das Limit, desto höher die Ersparnis“, ist also eine Lüge. Wo stehen die Bürger? Den 75 Prozent, die ein befristetes Tempolimit befürworten, unterstelle ich, dass sie schon heute mit ihrem eigenen inneren Tempolimit unterwegs sind. Alles andere wäre schwachsinnig. Ein Tempolimit hätte also sowieso nur auf 25 Prozent der Bürger eine Wirkung.

Jürgen Keil

Feldkirchen-Westerham

Wer hätte das gedacht: Anno 2022 antichambriert ein grüner Wirtschaftsminister bei Scheichs und Emiren, nicht eben lupenreinen Demokraten, um drohende Versorgungslücken bei den Energieträgern zu stopfen. Gas und Öl einkaufen, Gasspeichergesetze schreiben, LNG-Terminals bauen – unter „Transformation“ hatte sich Robert Habeck sicher etwas anderes vorgestellt. Deutschland, der Gas-, Kohle- und Öl-Junkie, hat sich sehenden Auges in eine fatale Klemme manövriert. Wir dürfen uns dafür vor allem bei den diversen Koalitionen unter der „Klimakanzlerin“ Angela Merkel (CDU) bedanken, die wirklich allerhand unternommen haben, um die Energiewende auszubremsen. Unausgegorene Fördermodelle, ausufernde Bürokratie, Verknappung von Flächen, seltsame Abstandsregelungen – zwischen 2017 und 2019 sank allein der Zubau von Windrädern um 80 Prozent, und bis dahin waren in dem Sektor schon rund 40 000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Diese Verschleppung kommt uns jetzt teuer zu stehen, und es könnte noch teurer werden, nicht nur an der Tankstelle. Mal abgesehen von der Erderwärmung. Wenn alle europäischen Haushalte die Raumtemperatur um ein Grad senken, lassen sich schon sechs Prozent der russischen Gasimporte einsparen, so die Internationale Energieagentur IEA. Sie nennt auch ein paar Sofortmaßnahmen, die 430 Millionen Liter Öl pro Tag sparen würden, unter anderem Homeoffice, autofreie Sonntage, billigerer ÖPNV, Bahnfahren statt fliegen, Zufußgehen, Radfahren und Carsharing attraktiver machen. Und natürlich: Geschwindigkeitsbegrenzungen im Straßenverkehr. Das gerade präsentierte Entlastungspaket der Bundesregierung sieht dagegen eine Senkung der Kraftstoffsteuer vor. Wenigstens hat sich FDP-Lindner mit seinem Tankrabatt nicht durchgesetzt.

Josef Genghammer

Bernau

Energiesparen ist angesagt! Am meisten erreicht man in Deutschland mit deutlich weniger Warmwasserverbrauch. Ganze Generationen duschen inzwischen zweimal am Tag – morgens vor der Arbeit, abends nach dem Fitnessprogramm. Das gehört verboten! Einmal die Woche muss reichen. Mit zwei Litern Wasser, einem Stück Kernseife und einem Waschlappen kann man seinen ganzen Körper reinigen. Wir brauchen eine Renaissance des Waschlappens! Die meisten der Generation unter 50 Jahre kennen nicht mal einen Waschlappen. Wenn das forciert und eingehalten wird, kann das „Russengas“ sofort abgedreht werden. Ein Tempolimit brauchen wir nicht, ich lehne es ab! Deutschland hat in der Welt höchsten Respekt, weil wir technisch und organisatorisch in der Lage sind, den Verkehr so zu organisieren, dass wir ohne Tempolimit sehr niedrige Unfallzahlen haben. Das schafft sonst niemand. Das ist wichtig und eine Stärkung des Industriestandortes Deutschland.

Max Hudlberger

Rechtmehring

Unser Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) hat die Lachnummer des Jahres produziert. Kein zeitlich beschränktes Tempolimit zur Energieeinsparung wegen fehlender Schilder. Laut der Energie-Ökonomin Claudia Kemfert könnten bei einer Reduzierung der Geschwindigkeit auf der Autobahn auf 100 km/h, außerorts auf 80 km/h und innerorts auf 30 km/h bis zu acht Prozent der russischen Ölimporte eingespart erden. Das gesparte Geld könnte man an die Bürger zur Reduzierung der gestiegenen Energiepreise weitergeben. Und diese zeitlich beschränkte Reduzierung der Geschwindigkeit würde in Deutschland niemand ernsthaft wehtun – nur dem Kriegsherren in Russland, Herrn Putin. Verstehe, wer wolle, weshalb die Politik dieses sofort wirksame Mittel zur teilweisen Befreiung aus der Abhängigkeit von russischen Ölimporten nicht sofort einsetzt. Also dann weiter Vollgas – zum Wohle von Putin – für diejenigen, die es sich leisten können.

Reinhard Graser

Kraiburg

Kommentare