Tempolimit beibehalten

Zur Berichterstattung über die A94 (Lokalteil):. Bei der emotional geführten Diskussion um das Tempolimit sollten einfache Rechnungen zur Versachlichung beitragen.

So benötigt man für die 30 Kilometer lange Strecke bei 120 km/h exakt 15 Minuten, bei 150 km/h sind es zwölf Minuten.

Allerdings erscheint eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 150 km/h illusorisch, dazu müsste man die Hälfte der Zeit wenigstens 180 km/h bis 200 km/h fahren. Also brächte die freie Fahrt nur ein bis zwei Minuten Zeitgewinn. Diese freie Fahrt für vielleicht zehn Prozent Raser bedeutet aber mehr Stress für alle Verkehrsteilnehmer, höheres Gefahrenpotenzial, schwerere Unfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit (siehe Presseberichte) und einen höheren Lärmpegel und somit Belästigung für die Anwohner.

Und nun sollten weitere Schutzmaßnahmen ergriffen werden, was sicher sinnvoll für die Anlieger wäre, aber man kann doch nicht Millionen Euro Steuergelder ausgeben, damit ein paar Raser (mit lautstarken Forderungen) schneller fahren können – das steht nicht für ein bis zwei Minuten Zeitgewinn ganz weniger Egoisten. Auch Bundestags- und Landtagsabgeordnete könnten hier zur Mäßigung und zum vernünftigen Umgang mit Geschwindigkeit beitragen. Unstrittig sorgt ein Beibehalten des Tempolimits (mit gelegentlichen Kontrollen) für mehr Verkehrssicherheit und weniger Lärmbelästigung für die Anlieger.

Dr. Reinhard Wanka

Mühldorf

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