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Südtiroler sprechen bairisch

Bairisch ist nicht gleich Bairisch.  Grafik bik
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Bairisch ist nicht gleich Bairisch. Grafik bik

Zum Leserbrief "Südtiroler keine Bayern" von Ulrich Lötzsch:

Mit keinem einzigen Wort geht Ulrich Lötzsch auf das sprachliche Band ein, das die alteingesessene Bevölkerung in Altbayern, Österreich (Ausnahme: Vorarlberg) und Südtirol miteinander verbindet: die bairische Sprache! Im wissenschaftlich einschlägigen und hochgelobten Lexikon Bairisches Deutsch von Prof. Dr. Ludwig Zehetner steht: "Bairisch spricht man nicht nur in Bayern, sondern auch in Osterreich und Südtirol."

Eine hochdeutsche "Kuh" ist eine oberpfälzische "Kouh", eine oberbayerische oder salzburgische "Kuah", eine kiefersfeldenerische und tirolerische "Kchuah." Dieses Beispiel mag den Unterschied zwischen nordbairischen, mittelbairischen und südbairischen Dialekten des Bairischen illustrieren, wobei es reizvoll ist zu beobachten, wie die Dialektgrenzen ineinander überfließen. In der Serie "Vo Ort zu Ort" dieser Zeitung wurde schon mehrmals hierauf hingewiesen, beispielsweise auf südbairische Ausspracheweisen in Kiefersfelden oder auf dem Samerberg ("denkchn" statt "dengga").

Eine derartige südbairische Prägung verleugnet der Südtiroler Reinhold Messner übrigens auch dann nicht, wenn er nach der Schrift redet. Vom Dialekt kommend, spricht er ein überaus deutliches, gut akzentuiertes und moduliertes südliches Hochdeutsch, das dem schnoddrigen nördlichen Deutsch vieler anderer Medienleute klar überlegen ist.

Herr Lötzsch argumentiert nur genetisch-ethnisch - und liegt damit nicht immer richtig. Unbestreitbar ist seine Bemerkung, wonach südlich der Alpen eine Vermischung von Völkern stattgefunden habe. Doch dieser Vorgang trifft analog auch für die ethnische Entwicklung nördlich der Alpen zu. Ein "germanischer Stamm der Bajuwaren" (Lötzsch) ist für die Zeit der Völkerwanderung nicht nachweisbar.

Die Bajuwaren sind vielmehr ein Gemisch aus Kelten, Romanen, einwandernden Alemannen und Markomannen, das sich erst im Laufe der Zeit zum "Stamm" zusammengefügt hat - nicht die schlechteste Art und Weise, um fortzubestehen!

Armin Höfer

Bad Feilnbach

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