Suchdienst informiert

Zu "Schmerzhafte Erinnerungen" ("Weltspiegel"):

"Sie weinen und schreien nach der Mama - die Soldaten des Führers" schrieb das US-Soldatenmagazin "Stars & Stripes" 1945 unter dem Bild, das junge deutsche Infanteristen nach ihrer Gefangennahme zeigt. Es wird als eines der markantesten Bilder mit hoher Aussagekraft regelmäßig in Publikationen zum Kriegsende abgebildet. Diese Veröffentlichungen führen regelmäßig zu Anfragen beim DRK-Suchdienst München, da Angehörige auf diesem Bild ihre Kriegsvermissten zu erkennen glauben. Bisher konnte allerdings in keinem einzigen uns bekannten Fall eine Übereinstimmung festgestellt werden.

Die Suche von Margarete Blättel nach ihrem Bruder bei der nicht zuständigen Deutschen Dienststelle in Berlin muss ergebnislos verlaufen. Hier liegen zwar viele Unterlagen zur Wehrmacht vor, jedoch nicht die schicksalsklärenden für einen Vermisstenfall. Für Nachforschung nach Vermissten des Zweiten Weltkriegs ist der DRK-Suchdienst München zuständig. Hier dürfte der Bruder Bruno seit 1947/1950 als Verschollener des Zweiten Weltkriegs gemeldet sein. Ohne weitere Angaben zur Person ist eine Prüfung unserer Kartei mit 50 Millionen Karteikarten zu 20 Millionen Menschen nicht möglich.

Am 3. März, 10 bis 16 Uhr, findet in unserem Haus wieder der "Tag der Archive" statt. Der Öffentlichkeit soll hier die Möglichkeit gegeben werden, unser Haus, seine Bestände und Arbeitsweisen kennenzulernen. Gezeigt werden die Karteikartenbestände aus über 60 Jahren Suchdienstarbeit - rund 14 laufende Kilometer Karteikästen - und die Schriftgutbestände des Suchdienstes der letzten Jahrzehnte. An Informations-PC können unmittelbar Nachforschungen nach Vermissten des Zweiten Weltkriegs sowie den Opfern von Flucht und Vertreibung eingeleitet werden.

Heinrich Rehberg

Standortleiter

DRK-Suchdienst

München

Kommentare