Subventionierung von Versicherungen

Für private Vorsorge zur Pflege: Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr. Foto dpa
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Für private Vorsorge zur Pflege: Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr. Foto dpa

Zur beschlossenen Förderung von Pflegeversicherungen (Berichte im Politikteil):

Mein besonderes Lob gilt den Politikern, die sich in den Aufsichtsräten diverser Banken und Versicherungen bereits ihre goldene Nase hinzuverdienen. Dieser Clou ist ihnen voll gelungen! Bei der Pflege-Riester oder Pflege-Bahr genannten und bereits beschlossenen Änderung der Pflegeversicherung, handelt es sich augenscheinlich um die größte Subventionierung von Versicherungsgesellschaften und Banken, die Deutschland je erlebt haben dürfte.

So werden monatlich fünf Euro staatliche Zuschüsse bei Abschluss einer Pflegetagegeldversicherung gezahlt. Jährlich werden also 60 Euro pro Vertrag/Versicherungsnehmer fällig. Sollten 20 Millionen Bürger so eine Versicherung abschließen, müsste allein der Fiskus an die Versicherungsgesellschaften jährlich 1 200 000 000 Euro überweisen. Rechnet man dann noch den Mindestbeitrag von zehn Euro hinzu, denn erst dann wird die Versicherungspolice bezuschusst, ergeben sich jährliche Mehreinnahmen bei den Versicherungsgesellschaften von 3,6 Milliarden Euro.

Die Hochrechung, was bei einem Abschluss ein 25-Jähriger bis zum Erreichen des Renteneintrittalters bezahlt und wie hoch die staatliche Subventionierung der Versicherungen und Banken bis dahin ist, habe ich mir gespart. Mit diesen Milliarden können Banken und Versicherungen den Staaten der südlichen Eurozone locker Geld leihen, um deren Bürgern und Politikern ihr Dolce Vita zu ermöglichen. Die steuerzahlende Bevölkerung in Deutschland jedoch schuftet bis zum Renteneintrittsalter von 67 Jahren. Ob dem Versicherungsnehmer jedoch jemals Geld aus der Pflege-Bahr-Versicherung ausbezahlt werden wird, ist mehr als fragwürdig. Außerdem dürfte ein Großteil der Bürger das Pflegealter nie erreichen.

Franz Xaver Reichenberger

Mühldorf

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