Stromsparen immer wichtiger

Zum Bericht "Studie: Stromriesen verlangen drei Milliarden zu viel" im Wirtschaftsteil:

Ausgerechnet die Regierung, die dafür sorgt, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht, behauptet, der Strom müsse auch für Geringverdiener bezahlbar bleiben. Hier wird von durch die Einspeisevergütung aufgeblähten Strompreisen gesprochen. Es sind pro Haushalt 125 Euro im Jahr, davon allein für die Industrie-Entlastung 31 Euro. Das Ausmaß, in welchem Stromanbieter und Industrie profitieren, kann nur Entsetzen hervorrufen. Wie jetzt erkennbar ist, wird nicht einmal die Verbilligung der Stromkosten an den Strombörsen von Seiten der großen Stromversorger an die privaten Verbraucher weitergegeben (siehe die Studie der Grünen und Frau Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung).

In Anbetracht der Bedeutung der Abkehr von für Generationen gesundheits- und lebensgefährlichen Belastungen durch Atomkraft und Kohle ist es dennoch richtig, den Privatverbraucher zum Nachdenken über Stromsparen anzuregen. Das könnte im Jahr 2000 die ehrenwerte Absicht von Rot-Grün gewesen sein, als man die entsprechenden Gesetze beschloss, nämlich die Kosten der Energiewende nicht über die Steuern zu finanzieren, sondern als EEG-Umlage auf die Verbraucher. Die große Ungerechtigkeit besteht jedoch darin, dass hierbei Gutverdiener und Geringverdiener, anders als bei den Steuern, über einen Kamm geschoren werden.

Damit sind wir wieder bei den Krokodilstränen von Schwarz-Gelb über die durch das EEG ausgeplünderten Armen. Vielleicht lässt sich ja dadurch die Einstellung der Bevölkerung zur Energiewende verändern? Ich werde den Verdacht nicht los, dass die jetzige Regierung alles tut, um die Energiewende zum Scheitern zu bringen. Dabei hilft ihr die Steilvorlage von Rot-Grün aus dem Jahr 2000.

Gisela Munker

Eggstätt

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