Streit um Corona-Aufruf von katholischen Kirchenvertretern

Gerhard Ludwig Müller,Kardinal und damaliger Präfekt der Glaubenskongregation, hat einen umstrittenen Aufruf unterzeichnet. dpa
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Gerhard Ludwig Müller,Kardinal und damaliger Präfekt der Glaubenskongregation, hat einen umstrittenen Aufruf unterzeichnet. dpa

Zum Kommentar „Kirchenvertreter zur Pandemie: Eine Allianz des Schreckens“ (Politikteil):

Nach Möllers Kommentar zum „Aufruf für die Kirche und für die Welt“ hat Kardinal Müller mit „ausrangierten“ Helfershelfern einen mittelalterlichen Ungeist aufgerufen. Er schwafle von Panikmache. Frau Möllers, Fixierung auf Kardinal Müller hat Sie von journalistischer Sorgfaltspflicht abgehalten.

Der Aufruf beklagt Folgendes: Die Einschränkung bürgerlicher Freiheiten, der Religionsfreiheit und der Meinungsfreiheit. Wissenschaft und Medizin rechtfertigten Alarmismus nicht. Familien, schwache, ältere Menschen bedürfen der Hilfe, Trennungen seien zu vermeiden. Die Kriminalisierung sozialer Beziehungen sei unangemessen, Isolation ist zu durchbrechen. Der Bürger müsse Impfpflicht und Tracing straffrei ablehnen dürfen. Erkennbare wirtschaftliche Probleme könnten die Gesamtsicherheit zerstören und einseitige politische Eingriffe hervorrufen (Industrie, Arbeitsplätze, Bahn, Verkehrsmittel, Luftfahrt, Übernahmen etwa durch China). Einseitige Wirtschaftsaspekte zu teuren, bedingt wirksamen Impfstoffen haben zurückzustehen vor sich als wirksam erwiesenen Behandlungen. Impfstoffherstellung auf Basis von Föten sei abzulehnen. Aufgabe der Medien ist Information. Zensur ist unzulässig. Abweichende Meinungen müssen möglich sein. Die Kirche hat das verbriefte Recht, Messfeiern, Kommunion, die Spendung der Sakramente uneingeschränkt durchzuführen, Beschränkungen seien aufzuheben. Die Elemente christlicher Zivilisation müssen gewahrt bleiben. Zusammenarbeit wird angeboten, Unterwerfung abgelehnt. Es wird auf gute Regierungen und guten Willen vertraut. Unter der Fürsorge Christi, dem Herrn der Geschichte, mögen alle behütet sein. Vieles entspricht den Sorgen der Menschen. 15 000 haben bereits unterschrieben – nicht nur Kardinal Müller.

Dr. Stephan Maria Hitzel

Raubling

Wieder einmal meldet sich der von Papst Franziskus entlassene Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller zu Wort und schadet der katholische Kirche. Müller unterstellt, dass unter dem Vorwand der Covid-19-Epidemie Rechte der Bürger auf Religionsfreiheit, freie Meinungsäußerung und Freizügigkeit verletzt werden. Er spricht sogar davon, dass die Freiheitsbegrenzungen der Auftakt zur Schaffung einer Weltregierung sei, die sich dann jeder Kontrolle entziehen würde. Vergessen ist nicht, was der „kluge“ Kardinal Müller als Bischof von Regensburg getan hat. Er hat den wegen Missbrauchs eines Ministranten verurteilten Priester Peter K. in eine Nachbargemeinde einfach versetzt, ohne dort die Gläubigen über die Vorkommnisse zu informieren. In nicht weniger als in 22 Fällen ist der Priester dort rückfällig geworden. Müller hat sich am Leid der Opfer mitschuldig gemacht. Er hat die Glaubwürdigkeit der Kirche erschüttert. Damals so wie heute. Statt die Verantwortung für sein Vergehen in Regensburg zu übernehmen, greift Kardinal Müller jetzt unsere Regierung und deren Maßnahmen in Sachen Corona an, hetzt und verunsichert die Menschen mit wirren Prognosen.

Johann Nußbaum

Rimsting

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