Stadtplatz nicht verschandeln

Zu "Neues Haus für C&A" im Lokalteil:

Die Verschandelung Mühldorfs in der Peripherie durch Gewerbegebiete und Einkaufsmeilen ist weit fortgeschritten, nicht aufzuhalten und so traurig es auch ist, wohl Zeichen unserer Zeit. Doch nun erfolgt der Frontalangriff auf den Stadtplatz, ohne Rücksicht auf Traditionen, wunderschöne Altstadt-Ecken und Denkmalschutz.

Ein Kahlschlag kündigt sich an: Abriss der Musikschule für eine städtebauliche Sünde namens H&M, von den Entscheidern einfach durchgewunken. Es wäre sicher auch anders gegangen. Abriss Kindergarten, Zerstörung innerstädtischer "Grüner Lunge" (alter Baumbestand) und Vertreibung der künftigen Generationen aus der Innenstadt für den wahrscheinlich scheußlichen Beton-Neubau einer C&A-Filiale. Abriss "Dönerhaus" - für welche geheimnisvollen Pläne? Mögliches Horrorszenarium: Auflösung der Frauenkirche, damit endlich eine große Fläche für ein Einkaufscenter da ist. Wahrscheinlich würde die Frauenkirche den C&A-Bau sowieso nicht unbeschadet überleben. Beim H&M-Neubau wurden auch keine Anstrengungen zur Erhaltung der denkmalgeschützten Bausubstanz unternommen.

Was bleibt noch historisch am Historischen Stadtplatz? Was ist noch lebens- und liebenswert, wenn alles mit hässlichem Beton einfallslos zugepflastert ist? Schaut der Denkmalschutz nur bei Privateigentümern genau hin? Zählt nur noch dieser Billig-Klamotten-Kommerz, der überall zu haben ist? Gibt es keine zukunftsträchtigeren und nachhaltigeren Visionen für diese wertvollen und sehr reizvollen Immobilien in dieser exponierten Lage? Hätte auch ein einheimischer Investor die Chance, hier etwas auf die Beine zu stellen, was Mühldorf eher brauchen könnte und der Stadt besser zu Gesicht stünde?

Jutta Bauernfeind

Mühldorf

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