Stadtplatz Neumarkt-St. Veit: Wer trägt das Risiko, wenn sich der Umbau negativ auswirkt?

Zum Bericht „Licht aus bei den Bestandsleuchten“ (Lokalteil/Leserbriefe):

Was soll man über die letzte Stadtratssitzung in Neumarkt-St. Veit nur denken? Dass die Bestandslampen nun doch nicht bleiben können, war von vorherein klar. Dabei wurde den Bürgern am Werbestand für das Ratsbegehren noch versprochen, dass die Musterlampen ja nicht kommen müssten, sie wären ja nur Beispiele. An Wahlversprechen muss man sich nicht halten, das ist ja allgemein bekannt.

Doch zurück zur Stadtratssitzung: Hier vergleicht man die Stadtplatzsanierung mit einem Autokauf für 25 000 Euro. Die Mehrkosten für die neuen Lampen in diesem Vergleich betrügen nur 1000 Euro. Leider wird im Beispiel nicht erwähnt, dass das Auto zu 80 Prozent von Mama und Papa (BRD und Freistaat Bayern) und der eigene Anteil noch zu einem guten Teil von den Geschwistern (andere Gemeinden im Landkreis) finanziert wird!

Ethisch korrekt fände ich persönlich, so wenig Geld wie möglich auszugeben, das Auto zu reparieren anstatt ein Neues zu kaufen! Erst recht, wenn diejenigen, die einem den eigenen Luxus finanzieren sollen, selber kein Geld mehr haben. Aber wer wundert sich noch, wenn in einer weiteren Stadtratsmeinung geäußert wird, die Geschäftsleute hätten durch Corona eh keine Einbußen? Sie sehen mich fassungslos! Wir haben momentan noch einen gut funktionierenden Stadtplatz. Unser Auto fährt hervorragend, benötigt nur eine Reparatur am Unterboden.

Der Bürgermeister sagt – und da gebe ich ihm gerne Recht – niemand wisse, wie sich der Umbau auswirken wird. Er sei fest davon überzeugt, dass danach „die Menschen bei uns am Stadtplatz spazieren gehen und die Schaufenster anschauen werden“, dass alles besser wird. Ich frage: Herr Baumgartner, was passiert mit unserer Stadt, wenn Sie falsch liegen? Tragen Sie das Risiko, für das Sie sich so vehement einsetzen?

Dr. Christian Guse

Neumarkt-St. Veit

Wenn ich den Leserbrief von Frau Guse zu lesen bekomme, muss ich weinen. Ich, mit meinen 80 Jahren, des Schreibens noch mächtig, verfolge laufend, wie mit unserem schönen Stadtplatz planerisch umgegangen wird. Geschäftsleute (zum Beispiel der Apotheker) dürfen nicht mit abstimmen. Bürgermeister Baumgartner gratulierte Lisl Hans noch zum 90. Geburtstag vor einem Jahr: auch Lisl Hans hält nicht hinter dem Berg über die sogenannte „Stadtplatzsanierung“. Das hat dem Bürgermeister gar nichts ausgemacht – er wohnt schließlich nicht am Stadtplatz. Wie schön ist wohl zum Beispiel der neue Stadtplatz von Vilsbiburg? Bloß fragen Sie mal die Geschäftsleute dort, ob diese ihn auch so schön finden. Außerdem: Fünf Millionen Euro oder mehr ist ja für Neumarkt ein Pappenstil – Zuschüsse gibt es vielleicht auch noch.

Der Bürgermeister sollte sich diesen Leserbrief von Frau Guse groß in sein Büro hängen, damit er mit ihren Argumenten täglich konfrontiert wird. Vielleicht fällt dann doch noch das Zehnerl.

Reinhart Schmidt

Neumarkt St. Veit

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